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Dem deutschen 100-Meter-Rekordhalter Owen Ansah droht wegen einer mutmaßlich verpassten Dopingkontrolle eine vierjährige Sperre. Nun springt ihm Diskus-Olympiasieger Robert Harting öffentlich zur Seite und wirft der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) schwerwiegende Verfahrensfehler vor.

Harting kritisiert NADA: Zeitdruck als Auslöser?

Die Vorwürfe wiegen schwer: Anfang Juli soll Ansah eine Dopingprobe nicht ordnungsgemäß ermöglicht haben. Robert Harting stellt sich in diesem brisanten Fall unmissverständlich hinter den 25-jährigen Sprinter. Der Diskus-Olympiasieger von London hält es für äußerst wahrscheinlich, dass organisatorische Defizite bei der unangekündigten Kontrolle am 9. Juli zur Eskalation führten.

Laut Harting könnte der zuständige Kontrolleur aufgrund weiterer Termine schlichtweg unter Zeitdruck gestanden haben. Dies habe dazu geführt, dass er den Athleten nicht zum Flughafen begleiten wollte. Ansah war zu diesem Zeitpunkt auf dem Sprung zum Diamond-League-Meeting nach Monaco, für das er als Nachrücker extrem kurzfristig nominiert worden war. Harting sieht die Schuldfrage eindeutig geklärt und fordert konsequent, dass die NADA das Verfahren umgehend einstellt und eigenes Fehlverhalten einräumt.

Drohende Sperre: Ansah wehrt sich rechtlich

Der deutsche Leichtathletik-Star weigert sich derweil strikt, einen Deal mit der Anti-Doping-Agentur einzugehen. Diese hatte eine Frist von 20 Tagen gesetzt und eine Reduzierung der drohenden Sperre von vier auf drei Jahre in Aussicht gestellt, sofern der Athlet das Vergehen einräumt. Ansahs Anwalt machte jedoch deutlich, dass sein Mandant diesen Vorschlag ablehnt. Kommt es zu keiner Einigung, wird der heikle Fall aller Voraussicht nach vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) verhandelt.

Harting untermauert die Unschuldsvermutung und verweist auf die saubere Historie des Hamburgers. Ansah habe durchweg negative Wettkampf- sowie Trainingsproben abgeliefert. Aus eigener Erfahrung wisse der 41-jährige Ex-Athlet zudem, dass Kontrolleure keineswegs unfehlbar seien. Er selbst habe in seiner aktiven Zeit mehrfach fehlerhafte Protokolle vor der finalen Unterschrift korrigieren müssen.

Trotz Doping-Wirbel: Bronze bei der Leichtathletik-EM

Ungeachtet des schwebenden Verfahrens hielt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) an der Nominierung für die Europameisterschaft fest. Der pfeilschnelle Rekordhalter rechtfertigte das Vertrauen sportlich umgehend und sprintete über die 100 Meter eindrucksvoll zur Bronzemedaille. Auch über die 200-Meter-Distanz sicherte er sich das Finalticket.

Auf einen Einsatz in den prestigeträchtigen Staffel-Wettbewerben verzichtet der Verband jedoch bewusst. Im Falle einer nachträglichen Verurteilung würden dem gesamten deutschen Team die Medaillen aberkannt werden – ein Risiko, das die Verantwortlichen nicht eingehen wollen, während der juristische Kampf um die Karriere ihres Top-Sprinters abseits der Tartanbahn in die nächste Runde geht.

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