Doping-Fall Owen Ansah: Robert Harting fordert Einstellung durch NADA
Diskus-Olympiasieger Robert Harting verteidigt den unter Dopingverdacht stehenden Sprinter Owen Ansah vehement.
Owen Ansah krönt sich bei der Leichtathletik-Europameisterschaft zum König über 200 Meter. Der deutsche Sprinter lief am Freitagabend in sensationellen 19,95 Sekunden zu Gold. Doch über dem größten Erfolg seiner Karriere schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Doping-Sperre, die ihn seine Medaille rückwirkend kosten könnte.
Im Finale bewies der Hamburger Nerven aus Stahl. Zur Hälfte des Rennens lag der 25-Jährige noch auf dem vierten Platz, bevor er auf der Zielgeraden förmlich über die Bahn flog und die Konkurrenz deklassierte. Mit gestoppten 19,95 Sekunden blieb er als erster Deutscher überhaupt unter der magischen 20-Sekunden-Marke. Weil der Rückenwind mit 2,5 Metern pro Sekunde jedoch knapp über dem erlaubten Limit von 1,9 lag, findet die Zeit keinen Eingang in die offiziellen Rekordbücher. Dem neuen Europameister war das nach dem Zieleinlauf verständlicherweise egal. Deutlich distanziert sicherte sich der Brite Zharnel Hughes in 20,16 Sekunden die Silbermedaille. Bronze teilten sich der Italiener Eseosa Fostine Desalu und Timothe Mumenthaler aus der Schweiz, die bis auf die Tausendstelsekunde zeitgleich in 20,26 Sekunden ins Ziel kamen.
Mit seinem Triumph beendete der HSV-Sprinter eine ewig wirkende Flaute für den Deutschen Leichtathletik-Verband. Genau vier Jahrzehnte mussten die heimischen Fans warten, ehe nach Jürgen Evers im Jahr 1986 wieder ein deutscher Athlet Edelmetall auf der halben Stadionrunde errang. Ansah hatte bereits wenige Tage zuvor mit Bronze über 100 Meter eine identische Durststrecke gebrochen. Den Rat für seinen fulminanten Schlussspurt holte sich der Ausnahmeathlet übrigens direkt aus der Familie: Sein Sohn hatte ihm vor dem Start genau diese Taktik ans Herz gelegt.
Die sportlichen Jubelstürme könnten allerdings ein jähes Ende finden. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) wirft dem Sprinter vor, am 9. Juli eine unangekündigte Trainingskontrolle vereitelt zu haben. Der Athlet befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Sprung zu einem Diamond-League-Meeting in Monaco und schlug dem Kontrolleur erfolglos vor, die Probe am Flughafen abzugeben. Sollte die von der NADA geforderte vierjährige Sperre rechtskräftig werden, würden alle Ergebnisse seit dem 9. Juli rückwirkend gestrichen. In diesem Fall müsste der Europameister seine hart erkämpften Medaillen wieder abgeben. Der DLV reagierte bereits auf die unsichere Rechtslage und strich ihn vorsorglich aus dem Aufgebot der Sprint-Staffeln.
Diskus-Olympiasieger Robert Harting verteidigt den unter Dopingverdacht stehenden Sprinter Owen Ansah vehement.
Kurz vor der EM in Birmingham fordert die NADA eine vierjährige Dopingsperre für den deutschen Rekordsprinter Owen Ansah.
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