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Kurz vor dem Start der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham erschüttert ein Doping-Verdacht die deutsche Leichtathletik. Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) hat eine Vier-Jahres-Sperre für den deutschen Rekordsprinter Owen Ansah vorgeschlagen. Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, sich einer obligatorischen Dopingkontrolle entzogen zu haben.

Verdacht auf verweigerte Dopingprobe

Laut den Ermittlungen der NADA liegt ein Verstoß gegen Artikel 2.3 des Nationalen Anti-Doping Codes vor. Demnach soll der Athlet es unterlassen oder sich schlichtweg geweigert haben, eine geforderte Probe abzugeben. Der nun vorliegende Sanktionsbescheid sieht eine harte Strafe von vier Jahren vor. Zeigt sich der Sprinter geständig und akzeptiert die Strafe, würde sich die Sperre automatisch auf drei Jahre reduzieren.

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Besonders bitter für Deutschlands schnellsten Mann: Die NADA fordert zudem die Annullierung aller Wettkampfergebnisse rückwirkend ab dem 9. Juli. An diesem Tag soll sich der Vorfall ereignet haben. Tritt dieses Szenario ein, verliert der Hamburger unter anderem seine erst kürzlich errungenen deutschen Meistertitel über die 100- und 200-Meter-Distanz.

Zeitdruck vor dem Diamond-League-Debüt

Der HSV-Athlet, der erst im Juni Leichtathletik-Geschichte schrieb und den deutschen 100-Meter-Rekord auf herausragende 9,98 Sekunden drückte, wehrt sich gegen die Vorwürfe und schildert eine andere Version der Ereignisse. Er sei als Nachrücker völlig überraschend und kurzfristig in das elitäre Starterfeld des Diamond-League-Meetings in Monaco gerutscht.

In der Hektik der Reisevorbereitungen habe er sich gerade auf dem Weg zum Flughafen befunden, als ein Kontrolleur ihn abfing. Brisant dabei: Laut Ansah habe der Doping-Kontrolleur außerhalb des eigentlich festgelegten Proben-Zeitfensters um die Abgabe gebeten.

EM-Start in Birmingham bleibt vorerst möglich

Trotz der drückenden Vorwürfe ist ein Start des Rekordhalters bei der anstehenden Europameisterschaft in Birmingham theoretisch noch nicht vom Tisch. Aktuell ist weder der Sanktionsbescheid rechtskräftig, noch liegt eine formelle Suspendierung gegen den Ex-Meister vor.

Der Ball liegt nun bei Ansah. Er hat eine Frist von 20 Tagen, um eine weitreichende Entscheidung zu treffen: Entweder er akzeptiert die Strafe der NADA mit der einhergehenden Reduzierung auf drei Jahre, oder er zieht vor das Deutsche Sportschiedsgericht, um für seinen Ruf und seine Karriere zu kämpfen.

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