Taubitz gibt vom Start weg den Takt vor

Mit Startnummer eins eröffnete Julia Taubitz den Wettbewerb und zeigte sofort, wer die Bahnchefin von Cortina ist. Der Streckenrekord im ersten Lauf verschaffte der Sportsoldatin aus dem Erzgebirge früh einen komfortablen Vorsprung, zur Halbzeit führte sie das Feld souverän an. Auch als sie im dritten Durchgang auf Sicherheit setzte, blieb die Konkurrenz auf Distanz. Vor dem Finale betrug der Vorsprung 0,704 Sekunden.

Nach dem letzten Lauf, in dem Taubitz ihren Vorsprung mit all ihrer Routine sogar noch ausbaute, blieb die 29-Jährige kurz auf dem Schlitten liegen, schlug die Hände vors Gesicht und stieß anschließend einen Jubelschrei aus, ehe sie von ihren Teamkolleginnen geherzt wurde.

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Das Trauma von Peking überwunden

Der Triumph ist auch eine sportliche Erlösung. 2022 war Taubitz als Topfavoritin bei den olympischen Spielen in Peking gestürzt und ohne Medaille geblieben. “Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten. Rückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung“, sagte sie. In Cortina machte sie die Geschichte endgültig zu.

Mit Olympia-Gold ist die Titelsammlung der Erzgebirgerin komplett: acht WM-Titel, EM-Gold, fünf Gesamtweltcups, und nun auch der olympische Sieg. Zugleich setzte sie die atemberaubende deutsche Goldserie im Frauen-Einsitzer fort, die bereits seit 1998 Bestand hat.

Fräbel verpasst Podium dramatisch

Silber ging an die Lettin Elina Bota, Bronze sicherte sich die US-Amerikanerin Ashley Farquharson. Anna Berreiter verbesserte sich mit dem vierten Lauf vom achten auf den sechsten Rang.

Vizeweltmeisterin Merle Fräbel, die mit guten Medaillenaussichten in den zweiten Wettkampftag gestartet war, vergab mit schweren Fehlern im dritten Lauf ihre Podiumschancen und wurde Achte. Im Zielbereich vergoss die Thüringerin Tränen der Enttäuschung.

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