Olympia-Märchen: Ex-Russe läuft nach Nationenwechsel zu Silber
Ein gebürtiger Russe sorgt bei den Olympischen Spielen für eine Sensation. Nach seinem brisanten Nationenwechsel beschert er Polen eine emotionale...
Das Wunder von Cortina ist Realität und das sportliche Märchen perfekt: Federica Brignone hat allen medizinischen Prognosen getrotzt und sensationell die Goldmedaille im Super-G gewonnen. Was wie ein Drehbuch für einen Hollywood-Film klingt, wurde bei den Olympischen Winterspielen 2026 zur emotionalen Gewissheit. Die 35-jährige Italienerin, deren Karriere vor weniger als einem Jahr am seidenen Faden hing, krönte ihren schmerzhaften Leidensweg mit dem Olympiasieg vor heimischem Publikum.
Im Zielraum von Cortina d'Ampezzo spielten sich nach der Zieldurchfahrt dramatische Szenen ab. Die „Azzurra“ verschwand beinahe in ihrer dicken Teamjacke, doch das Strahlen der neuen Olympiasiegerin überstrahlte den Schnee der Dolomiten. Für Brignone war dieses Edelmetall mehr als nur ein sportlicher Erfolg – es war der ultimative Beweis für Willenskraft. „Ich sah mich als Außenseiterin“, gestand die sichtlich gerührte Siegerin nach dem Rennen. Dass sie am Ende ganz oben auf dem Podest stehen würde, bezeichnete sie selbst als etwas, mit dem sie „nie gerechnet“ hätte.
Um die Tragweite dieses Erfolges zu verstehen, muss man den Blick zurück auf den 3. April 2025 richten. Beim Riesenslalom in Val di Fassa ereignete sich das Drama, das die Sportwelt schockierte. Die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin fädelte bei hoher Geschwindigkeit ein und zog sich eine verheerende Verletzung zu: eine verschobene Mehrfachfraktur des Schien- und Wadenbeinkopfes sowie ein Riss des vorderen Kreuzbandes.
Die Diagnose zehn Monate vor den Winterspielen glich einem sportlichen Todesurteil. Im Oktober, nur wenige Monate vor dem Start in Cortina, konnte die Speed-Spezialistin kaum zehn Minuten am Stück joggen. Die Schmerzen waren ihr ständiger Begleiter, die Zweifel an einer Rückkehr allgegenwärtig.
Doch die Mailänderin gab nicht auf. Ihr Mantra „Dabei sein ist alles“ verwandelte sich am Renntag in pure Entschlossenheit. Mit einer Fahrt am absoluten Limit ließ sie die Konkurrenz hinter sich und machte das Comeback perfekt. Wo Ärzte Zweifel hatten, ob sie je wieder Skifahren würde, lieferte Brignone die Antwort auf der Piste. Italien feiert seine Heldin, die bewiesen hat, dass im Sport der Wille Berge – und gebrochene Knochen – versetzen kann.
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