Das Rätselraten hat ein Ende und die Arena steht Kopf: Lisa Vittozzi hat dem enormen Druck standgehalten und sich bei den Olympischen Winterspielen 2026 in ihrer Heimat zur Olympiasiegerin in der Verfolgung gekrönt. Während die Italienerin eine triumphale Ehrenrunde drehte, endete das Rennen für die deutschen Hoffnungen in einem späten Drama.

Nervenkrimi beim finalen Anschlag

Es war ein Rennen, das an Spannung kaum zu überbieten war. Bis zum entscheidenden vierten Schießen hatte sich ein packender Dreikampf entwickelt. Die Norwegerin Maren Kirkeeide, die als Sprint-Olympiasiegerin gejagt wurde, lief sich zunächst einen kleinen Vorsprung heraus. Doch am Schießstand zeigte die Skandinavierin Nerven und ließ zwei Scheiben stehen.

Das war der Moment für die Lokalmatadorin: Lisa Vittozzi blieb im Hexenkessel von Antholz eiskalt. Die Südtirolerin räumte alle fünf Scheiben ab und ging als Führende auf die Schlussrunde. Mit den „ruhigsten Händen“ des Feldes, wie Experten analysierten, sicherte sie sich souverän Gold und erfüllte sich ihren großen Traum vom Olympiasieg vor heimischem Publikum. Kirkeeide rettete sich trotz der Fehler noch auf den Silberrang, während die Finnin Suvi Minkkinen überraschend Bronze holte.

Bitteres Drama um Franziska Preuß

Aus deutscher Sicht entwickelte sich der Wettkampf tragisch. Franziska Preuß war als Siebte mit rund einer Minute Rückstand in die Loipe gegangen und zeigte lange Zeit eine weltmeisterliche Aufholjagd. Die erfahrene DSV-Athletin blieb in den ersten drei Schießeinlagen fehlerfrei und hatte ihren Rückstand zur Spitze zwischenzeitlich halbiert.

Beim letzten Stehendanschlag bot sich der Bayerin die riesige Chance auf Edelmetall. Während die Konkurrenz patzte, hätte eine weitere Nullserie wohl sicher zu einer Medaille geführt. Doch ausgerechnet im entscheidenden Moment zitterte die Hand: Preuß schoss zwei Fahrkarten. Statt auf das Podest ging es für sie in die Strafrunde. Am Ende überquerte sie als Sechste die Ziellinie – eine respektable Platzierung, die sich angesichts des Rennverlaufs jedoch wie eine Niederlage anfühlte. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem Einzel-Wettbewerb.

Lichtblick und Enttäuschung im DSV-Team

Auch für die weiteren deutschen Starterinnen verlief der Tag durchwachsen. Vanessa Voigt konnte sich dank einer soliden Leistung immerhin von den hinteren Plätzen auf Rang 14 vorarbeiten. Das Nachwuchstalent Julia Tannheimer, die nach dem ersten Schießen noch sensationell in den Top 10 lag, musste dem hohen Tempo und der Unerfahrenheit Tribut zollen und fiel nach Fehlern weit zurück.

Verwandte Beiträge