Johannes Hoesflot Klaebo hat Historisches vollbracht: Der norwegische Superstar gewann am Samstag (21.02.2026) den 50-Kilometer-Massenstart und sicherte sich damit seine sechste Goldmedaille im sechsten Rennen dieser Winterspiele. Mit diesem Triumph im italienischen Tesero avanciert der 29-Jährige nicht nur zum erfolgreichsten Athleten dieser Spiele, sondern bricht auch einen 46 Jahre alten Rekord.

Einzigartiger Rekord im Langlauf: Besser als Eric Heiden

Es war ein Zieleinlauf für die Geschichtsbücher. Kurz vor dem Ende der kräftezehrenden 50 Kilometer setzte sich Klaebo entscheidend von seinem einzig verbliebenen Konkurrenten und Landsmann Martin Loewstroem Nyenget ab. Mit diesem Sieg gelang dem Ausnahmeläufer ein Kunststück, das zuvor noch keinem Wintersportler geglückt war: Sechs Goldmedaillen bei einer einzigen Ausgabe der Olympischen Spiele.

Damit überholte der Norweger die US-Eisschnelllauf-Legende Eric Heiden, der 1980 in Lake Placid fünfmal Gold holte. Klaebo dominierte in Tesero nach Belieben und stand bei jedem Wettbewerb, an dem er teilnahm, am Ende ganz oben auf dem Podest. Insgesamt schraubt er seine Bilanz damit auf elf olympische Goldmedaillen in seiner Karriere – eine Bestmarke im Wintersport.

Kåre Hoesflot: Der Großvater als Erfolgsgarant

Hinter der Dominanz des besten Langläufers aller Zeiten steckt eine besondere familiäre Bindung. Seinen Erfolg schreibt Klaebo maßgeblich seinem Großvater Kåre Hoesflot zu. "Ohne ihn bin ich mir nicht sicher, ob ich auf diesem Level all die Jahre abliefern hätte können", betonte der sechsfache Sieger von Tesero.

Die Geschichte begann früh: Der heute 83-jährige Hoesflot schenkte seinem Enkel im Alter von zwei Jahren die ersten Langlaufskier. Was mit spielerischen Runden im Wohnzimmer begann, entwickelte sich zu einer professionellen Symbiose. Der Großvater fungierte über Jahre als Trainer und Mentor. "Ich habe nie Trainer gesagt, sondern immer Opa", so der 29-Jährige rückblickend.

Dominator der Loipe: Die Zahlen hinter dem Phänomen

Der Triumph in Italien ist der vorläufige Höhepunkt einer Karriere, die seit Jahren Maßstäbe setzt. Seit seinem ersten Weltcupsieg im Februar 2017 in Otepää hat der Norweger die Szene fast nach Belieben beherrscht. In seiner Vita stehen mittlerweile:

  • 107 Weltcupsiege
  • 15 Weltmeistertitel
  • 11 olympische Goldmedaillen

Trotz dieser unglaublichen Ausbeute gibt es noch Statistiken, in denen Klaebo nicht an der Spitze steht. Seine Landsfrau Marit Bjoergen liegt mit insgesamt 15 olympischen Medaillen (gegenüber Klaebos elf) in der Gesamtzählung noch vor ihm. Im universellen Vergleich bleibt US-Schwimmstar Michael Phelps mit 28 Medaillen, davon 23 in Gold, wohl auf lange Sicht unerreicht. Für den Moment jedoch gehört die Wintersport-Bühne allein Johannes Hoesflot Klaebo.

Verwandte Beiträge