Die deutschen Skicrosser haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 keine weitere Medaille gewonnen. Für die Hoffnungsträger Florian Wilmsmann und Tim Hronek war am Samstag im Halbfinale Endstation, womit der Olympiasieg von Daniela Maier das einzige Edelmetall für den Deutschen Skiverband (DSV) in dieser Disziplin bleibt.

Hronek hadert mit unsportlicher Attacke

Besonders bitter verlief das Ausscheiden für Tim Hronek. Der Bayer war in seinem Halbfinale gut positioniert, wurde jedoch durch eine umstrittene Aktion eines Konkurrenten gestoppt. Der Schweizer Ryan Regez, Olympiasieger von 2022, blockte einen Überholversuch des Deutschen ab, indem er ihm den Arm gegen den Hals drückte.

Hronek zeigte sich im Anschluss sichtlich aufgebracht über das Verhalten des Gegners. "Es war komplett unsportlich", erklärte der Routinier im Interview. "Ich war extrem sauer im Ziel unten, denn es wäre angerichtet gewesen. Das ist das Unsportlichste, was du bei uns im Sport machen kannst." Trotz der Proteste und der Wut im deutschen Lager änderte dies nichts am Ausscheiden kurz vor dem Endlauf.

Wilmsmann verpatzt den Start

Auch für Florian Wilmsmann platzte der Traum vom olympischen Finale in der Vorschlussrunde. Anders als bei seinem Teamkollegen war hier jedoch ein eigener Fahrfehler ausschlaggebend. Der Oberbayer kam beim Start nicht ideal weg und handelte sich sofort einen entscheidenden Rückstand ein.

"Vom ersten Meter bin ich nicht vom Fleck gekommen", analysierte Wilmsmann sein Rennen selbstkritisch. Auf der anspruchsvollen Strecke gelang es ihm im Anschluss nicht mehr, die Lücke zur Spitze zu schließen, wodurch er chancenlos ausschied. Zuvor hatte Wilmsmann noch Hoffnungen geweckt, als er im Achtel- und Viertelfinale souverän performte und unter anderem den Teamkollegen Cornel Renn mitgezogen hatte.

Italienischer Doppelsieg und Favoritensterben

Während die DSV-Adler leer ausgingen, feierte Italien einen großen Triumph. Simone Deromedis sicherte sich überraschend Gold, gefolgt von seinem Landsmann Federico Tomasoni, der Silber holte. Bronze ging an den Schweizer Alex Fiva.

Der Wettbewerb war zudem von Überraschungen geprägt. So musste der Topfavorit Reece Howden aus Kanada, der im aktuellen Weltcup-Winter vier von neun Rennen für sich entschieden hatte, bereits im Viertelfinale die Segel streichen. Für die deutsche Mannschaft bleibt damit die Goldmedaille von Daniela Maier der einzige Glanzpunkt der Skicross-Wettbewerbe bei diesen Spielen.

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