Coletta Rydzek und Laura Gimmler haben dem Deutschen Skiverband (DSV) eine emotionale Medaille beschert. Im olympischen Teamsprint sicherte sich das Langlauf-Duo dank eines kraftvollen Endspurts auf der Zielgeraden die Bronzemedaille. Gold ging souverän an die Top-Favoritinnen aus Schweden, Silber sicherte sich die Schweiz.

Dramatisches Finale gegen Norwegen

Es war ein Krimi bis zum letzten Meter, der kein Fotofinish benötigte, aber dennoch an Spannung kaum zu überbieten war. Das deutsche Gespann war nach Platz sechs in der Qualifikation als Außenseiter in das Finale gestartet, hielt sich aber konstant in der Verfolgergruppe. Vor dem letzten Wechsel forcierte Laura Gimmler das Tempo und übergab an vierter Stelle liegend mit elf Sekunden Rückstand auf die Spitze an ihre Teamkollegin.

Schlussläuferin Coletta Rydzek sah sich einem harten Duell mit der Norwegerin Julie Drivenes ausgesetzt. Während die Oberstdorferin das Tempo zunächst nur mitzugehen schien, mobilisierte sie auf der Zielgeraden ihre letzten Reserven. Mit einem explosiven Antritt schob sich die 27-Jährige noch an der Norwegerin vorbei. Am Ende entschieden 0,03 Sekunden – symbolisch eine halbe Skilänge – zugunsten des DSV-Duos, das sich somit Bronze sicherte.

Mentale Härteprobe: Nervosität und Übelkeit

Wie groß der Druck auf den beiden Athletinnen lastete, wurde erst nach dem Rennen deutlich. Die Vorbereitung war alles andere als optimal. „Wir haben beide nicht geschlafen, haben beide nicht gegessen“, gestand Startläuferin Gimmler. Die Anspannung war so extrem, dass sich Rydzek vor dem Start mehrfach übergeben musste.

Auch während des Rennens gab es Momente des Zweifels. Rydzek gab im ZDF offen zu, zwischendurch kurz den Glauben an die Medaille verloren zu haben. „Es war alles andere als perfekt, aber es muss nicht immer perfekt sein“, so die frischgebackene Bronzemedaillengewinnerin. Die Devise war klar: Alles riskieren, um den großen Traum wahr werden zu lassen.

Schweden dominiert, Johannes Rydzek jubelt mit

Während sich hinter der Spitze das Drama um Bronze abspielte, liefen die Favoritinnen in einer eigenen Liga. Das schwedische Duo Maja Dahlqvist und Jonna Sundling diktierte das Rennen vom Start weg und lief einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus. Dahlqvist übergab bereits mit Vorsprung, den Sundling auf 1,40 Sekunden vor der zweitplatzierten Schweiz ausbaute.

Im Zielbereich sorgte nicht nur die Medaille für Emotionen, sondern auch der familiäre Support. Johannes Rydzek, der große Bruder von Coletta und selbst erfolgreicher Nordischer Kombinierer, zeigte sich tief bewegt: „Ich bin unglaublich stolz, dass sie auf der großen Bühne so abliefert. Es war so ein Kampf von beiden, sie sind über ihr Limit gegangen.“

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