Das Rätselraten um die Biathlon-Krone ist beendet: Martin Ponsiluoma ist der strahlende Olympiasieger in der Verfolgung! Der schwedische Skijäger nutzte am Sonntag (15.02.2026) die Gunst der Stunde, als der lange Zeit wie der sichere Sieger aussehende Franzose Emilien Jacquelin beim letzten Schießen die Nerven verlor. Ponsiluoma beendete damit die Medaillen-Durststrecke seines Landes bei den Winterspielen in Italien und verwies die Konkurrenz auf die Plätze.

Das Podium: Norwegische Aufholjagd und französischer Frust

Während Martin Ponsiluoma seinen Triumph feierte, spielte sich hinter ihm ein harter Kampf um das Edelmetall ab. Silber ging an den Norweger Sturla Holm Laegreid. Der Skandinavier zeigte eine starke Leistung, leistete sich zwei Strafrunden und konnte sich nach Bronze im Sprint nun im Verfolger noch einen Platz nach vorne schieben (+20,6 Sekunden).

Die tragische Figur des Tages war zweifellos Emilien Jacquelin. Der Franzose, der das Rennen lange dominierte, musste sich nach zwei verhängnisvollen Fehlern beim finalen Anschlag mit der Bronzemedaille begnügen (+29,7 Sek.). Was wie eine Gold-Gala aussah, endete für den Ex-Spitzenreiter auf dem dritten Platz.

Der Rennverlauf: Jacquelins Risiko wird bestraft

Der Sprint-Sieger Quentin Fillon Maillet ging zwar als Gejagter mit 13,7 Sekunden Vorsprung in die Loipe, doch dieser Puffer schmolz wie Schnee in der Sonne. Schon nach dem ersten Liegendanschlag spürte er den Atem der Konkurrenz und musste nach einer Strafrunde Emilien Jacquelin gewähren lassen. Jacquelin setzte sich beim zweiten Liegendschießen ab und diktierte das Tempo von der Spitze, während Fillon Maillet nach weiteren Fehlern im Klassement durchgereicht wurde.

Die Vorentscheidung fiel im letzten Akt dieses Biathlon-Krimis: Jacquelin kam mit komfortablem Vorsprung zum letzten Stehendanschlag und ging volles Risiko. Doch die Schnellfeuer-Einlage ging nach hinten los – zwei Scheiben blieben stehen. Das war der Moment für Martin Ponsiluoma. Der Schwede blieb fokussiert, übernahm die Führung und ließ sich diese auf der Schlussrunde nicht mehr nehmen. Jacquelin kam zwar noch als Dritter aus der Strafrunde, wirkte jedoch völlig konsterniert und hatte keine Kraft mehr, den an ihm vorbeiziehenden Laegreid zu kontern.

DSV-Adler verpassen die Top 10 knapp

Aus deutscher Sicht verlief der Tag in Italien ernüchternd. Philipp Horn, der als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) ins Rennen gegangen war, konnte seinen zehnten Platz aus dem Sprint nicht ganz halten. Nach drei Strafrunden überquerte er die Ziellinie als Elfter (+2:10,8 Minuten) und verpasste damit knapp die Top-10-Ränge.

Auch für die weiteren deutschen Starter war der Weg zur Spitze zu weit. Philipp Nawrath beendete das Rennen nach sechs Fehlern auf Rang 25 (+3:11,0 Min.), gefolgt von Justus Strelow auf Platz 30 (4 Fehler/+3:35,5 Min.). David Zobel komplettierte das deutsche Ergebnis auf Position 34 (5 Fehler/+4:09,9 Min.). Nach Horns zwei Fehlern im ersten Stehendanschlag waren auch die letzten leisen Hoffnungen auf eine deutsche Überraschungsmedaille verflogen.

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