Die Dominanz hat einen Namen: Frida Karlsson. Die schwedische Überfliegerin war auch im Freistil-Rennen über zehn Kilometer bei den Olympischen Winterspielen 2026 das Maß aller Dinge und sicherte sich ihre zweite Goldmedaille. Für die deutschen Skilangläuferinnen endete der Wettbewerb im sonnigen Lago di Tesero hingegen mit einer herben Enttäuschung und großem Rückstand.

Karlsson in eigener Liga: Schwedische Festspiele bei Frühlingswetter

Es waren ungewöhnliche Bilder für ein olympisches Rennen: Bei Temperaturen um die sieben Grad gingen zahlreiche Athletinnen in kurzen Ärmeln und Hosen an den Start. Doch die äußeren Bedingungen beeindruckten eine Frau überhaupt nicht. Frida Karlsson brannte ein Feuerwerk ab und benötigte für die anspruchsvolle Strecke lediglich 22:49,2 Minuten.

Wie dominant die Skandinavierin auftrat, zeigt der Blick auf die Zeitabstände. Ihre Teamkollegin Ebba Andersson sicherte sich Silber, hatte im Ziel jedoch bereits satte 46,8 Sekunden Rückstand. Damit wandert auch die dritte Goldmedaille der Frauen-Wettbewerbe nach Schweden. Bronze ging an die US-Amerikanerin Jessie Diggins (+49,7 Sekunden), deren Leistung besonders hoch einzuschätzen ist, da sie trotz einer schmerzhaften Rippenprellung an den Start ging.

Ernüchterung beim DSV: Fink und Co. laufen hinterher

Aus deutscher Sicht gab es wenig zu jubeln. Pia Fink sorgte als beste DSV-Starterin auf Rang 19 (+1:55,0 Minuten) noch für das solideste Ergebnis, konnte aber nicht an ihren zwölften Platz aus dem Skiathlon anknüpfen.

Noch deutlicher fiel der Rückstand für den Rest des Teams aus. Die amtierende Junioren-Weltmeisterin Helen Hoffmann landete auf Platz 28 (+2:18,2), gefolgt von Sofie Krehl auf Rang 42 (+3:01,9). Die kurzfristig nachgereiste Olympia-Debütantin Theresa Fürstenberg kam mit großem Abstand ins Ziel. Katharina Hennig, die vor vier Jahren in ihrer Paradedisziplin noch Fünfte wurde, hatte mit Blick auf die wichtige Staffel am Samstag auf einen Start verzichtet.

Trainer ziehen den Hut: "Frida ist on fire"

Im Zielraum gab es für die Siegerin Lob von allen Seiten – auch aus dem deutschen Lager. Per Nilsson, der kurioserweise sowohl als deutscher Frauentrainer als auch als Heimtrainer von Karlsson fungiert, brachte es auf den Punkt: "Frida ist on fire. Sie ist eine außergewöhnliche Läuferin."

Auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder erkannte die Leistung neidlos an. "Frida hat sich akribisch auf diese Spiele vorbereitet, viele Rennen ausgelassen und viel Höhentraining absolviert, sie ist in bestechender Form", analysierte der Coach die Überlegenheit der Doppel-Olympiasiegerin.

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