Das Ringen um die Krone im Wintersport ist entschieden und die Geschichtsbücher müssen neu gedruckt werden: Johannes Hoesflot Klaebo ist seit Sonntagmittag (15.02.2026) offiziell der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten. Mit dem Sieg in der norwegischen 4×7,5-Kilometer-Staffel sicherte sich der 29-Jährige seine neunte Goldmedaille und setzte sich damit allein an die Spitze des ewigen Medaillenspiegels. Was wie ein Märchen klingt, ist das Ergebnis härtester Arbeit und einer einzigartigen familiären Bindung.

Neuntes Gold: Klaebo überflügelt Björgen und Björndalen

Es war der Moment, auf den die Langlauf-Welt gewartet hatte. In den Loipen von Tesero machte der norwegische Ausnahmeläufer den Sack zu. Mit diesem Triumph lässt Klaebo absolute Legenden hinter sich: Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Dählie, die allesamt bei acht Olympiasiegen stehen, müssen sich nun hinter dem Sprint-Spezialisten einreihen. Besonders beeindruckend ist die Effizienz des Norwegers: Für diese historische Sammlung benötigte der Athlet lediglich acht Jahre beziehungsweise drei Winterspiele.

Neben dem olympischen Rekord liest sich auch der restliche Trophäenschrank des Superstars fast schon surreal: 107 Weltcupsiege, 15 WM-Titel und fünf große Kristallkugeln für den Gesamtweltcup. Doch hinter den nüchternen Zahlen steckt eine emotionale Geschichte, die weit über den Sport hinausgeht.

Der Architekt des Erfolgs: Opa Kare verschob sogar die Chemo

Hinter dem kühlen Finisher steckt ein Enkel, der seinen Erfolg vor allem einem Mann widmet: seinem Großvater Kare Hoesflot. "Ohne ihn bin ich mir nicht sicher, ob ich auf diesem Level all die Jahre abliefern hätte können", gestand der Rekordhalter sichtlich bewegt. Die Geschichte begann an einem Weihnachtsabend, als der damals zweijährige Johannes seine ersten Langlaufskier von Opa geschenkt bekam und damit prompt durch das Wohnzimmer marschierte.

Der heute 83-Jährige fungierte über Jahre hinweg als wichtigster Bezugspunkt und Trainer, auch wenn Klaebo ihn nie so nannte. "Ich habe nie Trainer gesagt, sondern immer Opa", so der 29-Jährige. Die Bindung ist so stark, dass Kare Hoesflot in der Vergangenheit sogar seine eigene Chemotherapie verschob, um seinen Schützling an der Loipe unterstützen zu können – ein Opfer, das den Grundstein für die heutige Dominanz legte.

Vom Konflikt zur Unsterblichkeit

Der Weg zum Olymp war jedoch nicht frei von Hindernissen. Noch im Jahr 2023 sorgte der norwegische Superstar für ein Beben in der Szene, als er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgab. Hintergrund war eine finanzielle Schieflage des Verbandes nach dem Absprung eines Großsponsors. Klaebo wollte Platz machen, damit der Verband Kosten sparen und andere Talente fördern konnte.

Eine Entscheidung, die zeigt, dass der "Alleskönner des Langlaufs", wie ihn internationale Medien oft betiteln, nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich Reife bewies. Die Einigung mit dem Verband erfolgte glücklicherweise zügig, sodass der Revolutionär der Lauftechnik – bekannt für seinen explosiven Antritt am Anstieg – rechtzeitig zurückkehrte, um nun endgültig zur Legende zu werden.

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