Olympia-Wahnsinn: Franzose holt Sprint-Gold – Deutsches Drama am Schießstand
Quentin Fillon Maillet zeigt im olympischen Sprint von Antholz eine Machtdemonstration, während die deutschen Biathleten hadern. Ein verflixter letzter Schuss...
Das Geheimnis um die Spitzenreiterin nach dem ersten Lauf ist gelüftet: Es ist die Österreicherin Janine Flock, die mit einem sensationellen Bahnrekord die Führung im olympischen Eiskanal übernommen hat. Doch der Jubel im österreichischen Lager ist verhalten, denn die deutschen Skeleton-Frauen haben sich eine hervorragende Ausgangsposition für den weiteren Wettbewerb verschafft. Allen voran Susanne Kreher, die der Führenden im Nacken sitzt und für Hochspannung sorgt.
Für die Olympia-Debütantin Susanne Kreher hätte der Auftakt kaum dramatischer verlaufen können. Die Pilotin vom Dresdner SC liegt nach dem ersten von vier Läufen lediglich zwei Hundertstelsekunden hinter der führenden Flock. Besonders bemerkenswert: Die Ex-Weltmeisterin zeigte noch keinen perfekten Lauf, was Hoffnung für die kommenden Durchgänge macht. Ihr Potenzial ist riesig, und der minimale Rückstand verspricht einen Nervenkrimi bis zur letzten Kurve.
Nicht nur an der Spitze geht es eng zu, auch im Kampf um das weitere Edelmetall mischt das deutsche Team kräftig mit. Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland rangiert derzeit knapp hinter den Medaillenrängen. Die Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang 2018 leistete sich im oberen Streckenabschnitt zwar einige Patzer, liegt aber dennoch in Schlagdistanz.
Ihr fehlen momentan nur drei Hundertstelsekunden auf den Bronze-Rang, den aktuell die sprintstarke Britin Tabitha Stoecker besetzt. Dass Pfeifer die neue Bahn in Cortina liegt, bewies sie bereits im vergangenen November mit einem Weltcupsieg an gleicher Stelle – ein gutes Omen für die Aufholjagd.
Komplettiert wird das starke deutsche Mannschaftsergebnis durch Hannah Neise. Die Peking-Olympiasiegerin vom BSC Winterberg belegt aktuell den fünften Platz, direkt hinter ihrer Teamkollegin Pfeifer. Was auf dem Papier nach einem Rückstand aussieht, ist im Eiskanal oft nur ein Wimpernschlag: Mit gerade einmal 0,23 Sekunden Rückstand auf Platz eins sind für die Titelverteidigerin noch alle Türen offen.
Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Direkt hinter dem deutschen Trio lauert die gefährliche Weltcup-Gesamtsiegerin Kim Meylemans aus Belgien, die jeden Fehler gnadenlos ausnutzen wird. Der zweite Lauf verspricht Hochspannung pur.
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