Olympia-Märchen: Ex-Russe läuft nach Nationenwechsel zu Silber
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Das Rätselraten hat ein Ende und die Sensation ist perfekt: Philipp Raimund hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo Geschichte geschrieben. Ohne zuvor jemals ein Weltcupspringen gewonnen zu haben, sicherte sich der 25-Jährige völlig überraschend die Goldmedaille von der Normalschanze und wird dafür nun von niemand Geringerem als Skisprung-Ikone Jens Weißflog in den Olymp der deutschen Wintersportler aufgenommen.
Es war ein Wettkampf für die Geschichtsbücher: Philipp Raimund behielt im entscheidenden Moment die Nerven und ließ die Konkurrenz auf der Normalschanze von Predazzo hinter sich. Der "One Moment in Time", wie der Welthit von Whitney Houston es beschreibt, gehörte an diesem Tag exklusiv dem jungen DSV-Adler. Mit diesem Triumph tritt Raimund einem elitären Zirkel bei. Er ist erst der fünfte deutsche Skispringer überhaupt, der sich Olympiasieger nennen darf.
Die Begeisterung bei den Altmeistern ist riesig. "Das war nicht unbedingt zu erwarten. Gold schon gar nicht. Ich freue mich total für ihn. Die Olympiasiegerliste ist erweitert, jetzt sind wir zu fünft", jubelte Jens Weißflog im Gespräch mit dem "Münchner Merkur" und der "tz". Der "Floh vom Fichtelberg", der selbst eine einzigartige Karriere hinlegte, zeigte sich sichtlich bewegt vom Erfolg seines Nachfolgers.
Mit seinem Sprung zu Gold reiht sich Raimund in eine Liste voller klangvoller Namen ein. Neben ihm und Weißflog gehören nur drei weitere Athleten zu diesem exklusiven Kreis:
Weißflog selbst nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Er ist der einzige Skispringer der Geschichte, der sowohl im klassischen Parallelstil (1984 in Sarajevo) als auch im modernen V-Stil (1994 in Lillehammer) olympisches Gold gewann – einmal für die DDR und einmal für das wiedervereinigte Deutschland.
Während im deutschen Lager der Jubel keine Grenzen kannte, spielte sich bei der Konkurrenz ein Drama ab. Der absolute Top-Favorit und Dominator des Winters 2025/26, Domen Prevc, ging leer aus. Der Slowene, der zuvor zwölf Weltcupsiege, die Vierschanzentournee und Gold bei der Skiflug-WM abgeräumt hatte, landete auf der kleinen Schanze nur auf Rang sechs.
Für Experten wie Weißflog war Prevc eigentlich "derjenige, den es zu schlagen gilt". Doch die Gesetze von Olympia sind oft gnadenlos. Ihn habe das bei den Spielen "oft typische Favoritensterben erwischt", analysierte der viermalige Tourneesieger nüchtern. Umso höher ist die Leistung von Philipp Raimund einzuschätzen, der dem Druck standhielt und den größten Erfolg seiner Karriere feierte.
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