Paukenschlag im deutschen Biathlon-Team: Vanessa Voigt übernimmt bei den Olympischen Winterspielen überraschend die Rolle der Schlussläuferin in der Frauenstaffel. Franziska Preuß rückt nach zuletzt gehäuften Schießproblemen auf die zweite Position, um am Mittwoch (14.45 Uhr) gemeinsam mit dem DSV-Quartett um Edelmetall zu kämpfen.

Neue Aufstellung für die Medaillen-Jagd

Die Trainer des Deutschen Skiverbandes reagieren auf die jüngsten Ergebnisse und stellen die Frauenstaffel über 4 x 6 Kilometer radikal um. Die 31-jährige Franziska Preuß, die im Weltcup meist als verlässliche Schlussläuferin gesetzt war, muss ihre angestammte Position abgeben. Stattdessen wird die Ruhpoldingerin bereits an zweiter Stelle in die Loipe gehen.

Die neue Marschroute für die Medaillen-Mission in Antholz lautet: Startläuferin Julia Tannheimer übergibt an Preuß, gefolgt von Janina Hettich-Walz. Das Finale bestreitet nun Vanessa Voigt. Nach drei enttäuschenden Einzelrennen ohne Podestplatz steht das Team unter Druck – lediglich zum Auftakt konnte die Mixedstaffel Bronze in Südtirol ergattern.

Nervenschwäche am Schießstand als Auslöser

Der Positionswechsel ist eine direkte Konsequenz aus den dramatischen Szenen der letzten Tage. Franziska Preuß zeigte in Antholz mehrfach Nerven, besonders beim entscheidenden letzten Stehendschießen. Im Verfolgungsrennen am Sonntag vergab die erfahrene Skijägerin durch zwei späte Strafrunden eine sicher geglaubte Bronzemedaille. Auch im Einzelwettbewerb verhinderte das letzte Schießen einen Triumph.

Die Bayerin rätselte selbst über die Gründe ihrer Blockade. „Es wackelt nur noch. Ich bin dann so angespannt und bekomme nicht mehr den Fokus auf das Wesentliche“, erklärte sie sichtlich mitgenommen nach der Verfolgung: „Dann geht einfach nichts mehr.“ Durch den Wechsel auf Position zwei soll der psychologische Druck des letzten Schießens von ihr genommen werden.

Letzte Chance vor dem Karriereende

Für Preuß besitzt dieses Rennen eine besondere emotionale Tragweite. Da sie ihr Karriereende nach der laufenden Saison angekündigt hat, wird es ihr allerletztes großes Staffelrennen auf olympischer Bühne sein. Die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison hofft nun, ihre Laufbahn mit einem Erfolgserlebnis zu krönen.

Der Blick in die Historie macht Hoffnung, aber auch die Schwere der Aufgabe deutlich: Vor vier Jahren in Peking gewann Deutschland mit Preuß an Position drei die Bronzemedaille. Der letzte olympische Gold-Triumph einer deutschen Frauenstaffel liegt jedoch weit zurück – 2002 gelang dies der legendären Auswahl in Salt Lake City.

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