Das Rätselraten hat ein Ende: Schwedens Ebba Andersson sorgt für das Bild der Spiele

Es sind Szenen, die in keinem Drehbuch stehen könnten: Die schwedische Langlauf-Staffel hat sich bei den Olympischen Winterspielen nach einem filmreifen Missgeschick von Ebba Andersson sensationell zur Silbermedaille gekämpft. Während Norwegen souverän zu Gold lief, lieferte das Tre Kronor-Team die Geschichte des Tages, als Andersson über eine Minute lang mit nur einem einzigen Ski durch den tiefen Schnee pflügen musste.

Ein-Ski-Drama kostet fast die Medaille

Die Bedingungen auf der Loipe waren alles andere als einfach. Tiefer, nasser Neuschnee und Regen machten die Strecke extrem anspruchsvoll. Besonders hart traf es die zweifache Silbermedaillengewinnerin im Einzel, Ebba Andersson. Als zweite Läuferin des schwedischen Quartetts überschlug sie sich in einer riskanten Abfahrt spektakulär. Die Folge des Sturzes war verheerend: Sie verlor einen Ski, der sich aufgrund eines Defekts nicht mehr am Schuh befestigen ließ.

Was folgte, war purer Kampfgeist. Andersson klemmte sich das defekte Sportgerät unter den Arm und absolvierte den Rest des Abschnitts auf nur einem Bein. Erst nach über einer Minute erhielt sie Ersatzmaterial. Zu diesem Zeitpunkt war der Traum von Gold in weite Ferne gerückt: Die Skandinavierinnen fielen von Platz zwei auf den achten Rang zurück und hatten den Anschluss an die Spitze komplett verloren.

Aufholjagd und norwegische Dominanz

Doch die Schwedinnen gaben nicht auf. Frida Karlsson zündete als dritte Läuferin den Turbo und kämpfte sich durch das Feld zurück auf den Bronze-Rang. Schlussläuferin Jonna Sundling vollendete schließlich die Aufholjagd und sicherte dem Team noch die Silbermedaille vor Finnland.

Ganz vorne jedoch lief Norwegen in einer eigenen Liga. Unbeeindruckt vom Chaos hinter ihnen, brachte Heidi Weng den Sieg sicher ins Ziel. Die Goldmedaille für die norwegische 4 x 7,5 Kilometerstaffel war zu keinem Zeitpunkt des Schlussabschnitts ernsthaft gefährdet.

DSV-Quartett scheitert knapp am Podest

Auch für die deutsche Staffel war es ein harter Arbeitstag im Schnee. Das Team um Laura Gimmler, Katharina Hennig Dotzler, Helen Hoffmann und Pia Fink landete am Ende auf dem undankbaren vierten Platz. Die extremen Bedingungen verlangten den Athletinnen alles ab. Katharina Hennig Dotzler fand nach dem Rennen deutliche Worte für die Streckenverhältnisse: „Ich bin dankbar, in der Abfahrt stehen geblieben zu sein, weil es kriminell war.“ Trotz einiger Probleme hielt sich das DSV-Team wacker, musste sich im Kampf um Edelmetall aber der starken Konkurrenz aus Skandinavien geschlagen geben.

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