Die ukrainische Regierung zieht drastische Konsequenzen aus der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Sportminister Matwiy Bidny bestätigte, dass keine offiziellen Regierungsvertreter zu den Paralympics nach Mailand und Cortina reisen werden. Grund für den Boykott ist die Zulassung russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge.

Klares Zeichen gegen IPC-Entscheidung

Der politische Konflikt überschattet die kommenden Winterspiele, die vom 6. bis 15. März in Italien ausgetragen werden. Nachdem bekannt wurde, dass das IPC Sportlern aus Russland und Belarus den Start unter ihren nationalen Farben gestattet, reagierte Kiew prompt und unmissverständlich.

„Ukrainische Amtsträger werden nicht an den Paralympischen Spielen teilnehmen. Wir werden nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Wir werden an keinen anderen offiziellen paralympischen Veranstaltungen mitwirken“, erklärte Sportminister Matwiy Bidny in einem Statement in den sozialen Medien.

Der Protest beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Sportministerium. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schaltete sich in die Debatte ein und appellierte an die internationale Gemeinschaft, ebenfalls ein Zeichen zu setzen und der Eröffnungsfeier fernzubleiben.

Russen starten unter eigener Flagge

Auslöser der diplomatischen Eiszeit ist die Lockerung der Sanktionen durch die Organisatoren. Konkret werden sechs russische sowie vier belarussische Para-Athleten in Mailand und Cortina d'Ampezzo nicht als neutrale Teilnehmer, sondern unter ihrer regulären Nationalflagge an den Start gehen.

Diese Maßnahme stößt in der Ukraine auf absolutes Unverständnis. Bereits im Vorfeld hatte Bidny die Zulassung scharf kritisiert. Seine Wortwahl nach der endgültigen Bestätigung fiel drastisch aus: „Die Entscheidung der Organisatoren der Paralympics, Mördern und ihren Komplizen die Teilnahme an den Paralympischen Spielen unter nationaler Flagge zu gestatten, ist sowohl enttäuschend als auch empörend“, so der Minister weiter.

Während die sportlichen Wettkämpfe in den italienischen Alpen bald beginnen, ist das politische Signal aus Kiew eindeutig: Eine Normalisierung der Beziehungen auf der großen Sportbühne ist für die Ukraine unter den aktuellen Umständen inakzeptabel.

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