Olympia-Bronze im Teamsprint: Rydzek und Gimmler gewinnen Zielsprint
Coletta Rydzek und Laura Gimmler sichern sich im olympischen Teamsprint die Bronzemedaille. In einem dramatischen Finale setzte sich das DSV-Duo...
Die Olympischen Winterspiele in Italien werden derzeit weniger von sportlichen Höchstleistungen als vielmehr von heftigen Diskussionen um Fairness und Regelkonformität bestimmt. Sowohl im Curling als auch im Langlauf stehen Top-Nationen wie Kanada und Norwegen unter Verdacht, sich durch unerlaubte Methoden Vorteile verschafft zu haben. Die Vorwürfe reichen von technischer Manipulation bis hin zu fragwürdigen Bewegungsabläufen, was den Weltverband und die Konkurrenz in Alarmbereitschaft versetzt.
Besonders auf dem Eis sorgte ein Vorfall für hitzige Debatten. Im Fokus stand das Duell zwischen den kanadischen Curlern und dem schwedischen Team. Die Skandinavier warfen dem Kanadier Marc Kennedy vor, den Stein bei der Abgabe mehrfach berührt zu haben – ein sogenannter "Double-Touch", der als irregulär gilt. Die Auseinandersetzung gipfelte in einem lautstarken Wortgefecht auf der Bahn. Auch Kennedys Teamkollegin Rachel Homan geriet gegen die Schweiz ins Visier; einer ihrer Steine wurde aufgrund ähnlicher Vorwürfe sogar aus dem Spiel genommen.
Der Curling-Weltverband reagierte auf die Unruhe: Kennedy erhielt eine mündliche Verwarnung für seine Wortwahl. Zunächst kündigte der Verband strengere Kontrollen der Abgaben an, ruderte jedoch kurz darauf zurück. Schiedsrichter sollen nun lediglich auf expliziten Antrag der Teams genauer hinschauen. Die deutsche Mannschaft um Felix Messenzehl zeigte sich indes gelassen: "Uns ist es noch nie aufgefallen", kommentierte der Deutsche und stellte infrage, ob die Technik überhaupt einen signifikanten Vorteil bringe.
Abseits der Eishalle sorgen die norwegischen Langläufer für den nächsten Eklat. Das Team nutzte während des Sprint-Vorlaufs eine im Servicebereich eigentlich verbotene Wachsmaschine. Der Skandal dabei: Der Weltverband FIS hatte den Skandinaviern hierfür eine exklusive Ausnahmegenehmigung erteilt, die Konkurrenz jedoch nicht über diese Option informiert.
Als der norwegische Superstar Johannes Hösflot Kläbo Gold holte, legte Finnland Protest ein. Dieser wurde von der FIS als nicht fristgerecht abgewiesen. Peter Schlickenrieder, der deutsche Teamchef, fand deutliche Worte für das Vorgehen und sprach von einem "ganz klaren Versagen der FIS-Verantwortlichen". Auch in der Staffel fielen die Norweger negativ auf, als ein Servicetechniker trotz gesperrter Strecke Skitests durchführte. Die Strafe fiel milde aus: Lediglich der Abzug eines Servicemannes für den Team-Sprint wurde verordnet.
Die Häufung der Vorfälle rückt Norwegen, die dominierende Nation im Medaillenspiegel, in ein kritisches Licht. Bereits bei der Nordischen Ski-WM 2025 im eigenen Land hatten manipulierte Anzüge der Skispringer für einen Eklat gesorgt. Hinzu kommen laut Medienberichten immer wiederkehrende Verdachtsmomente bezüglich des Umgangs mit dem Doping-Kontrollsystem und der Nutzung von Asthma-Mitteln. Die Diskussionen um die Sauberkeit der Spiele in Italien dürften angesichts dieser Historie noch lange nicht beendet sein.
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