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Jürgen Klopp übernimmt das Ruder bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Am Rande des UEFA-Supercups am Mittwochabend begrüßte der ehemalige DFB-Direktor Oliver Bierhoff die Entscheidung des Verbandes ausdrücklich, warnte jedoch zeitgleich vor überzogenen Erwartungen an den neuen Bundestrainer.

Die ideale Besetzung für eine Herkulesaufgabe

Für Oliver Bierhoff gibt es keinen Zweifel an der Qualifikation des neuen starken Mannes an der Seitenlinie. Im Interview mit Sky Sport Austria bezeichnete der 59-Jährige die Verpflichtung von Jürgen Klopp als „super“ und nannte sie die „einzige und richtige Wahl“. Der langjährige DFB-Manager ist fest davon überzeugt, dass der Ex-Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool genau jenes Charisma und die nötige Titelerfahrung mitbringt, um das kriselnde Nationalteam wieder in die Erfolgsspur zu führen.

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Gleichzeitig weiß Bierhoff aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass ein Neustart nach massiven sportlichen Enttäuschungen kein Selbstläufer ist. Nach der historischen Blamage bei der Weltmeisterschaft 2018 erlebte der Ex-Profi hautnah mit, wie zäh sich ein Umbruch gestalten kann. Entsprechend mahnt er nun zur Besonnenheit rund um das DFB-Team.

Bierhoff fordert Zeit: Deutschland fehlt die Spitzenqualität

Trotz all der berechtigten Vorschusslorbeeren warnt der Europameister von 1996 davor, direkt Wunderdinge vom neuen Chefcoach zu erwarten. Man müsse dem Trainer in gewissen Phasen Zeit geben, betonte Bierhoff und lieferte eine ehrliche Analyse der aktuellen Kaderstärke. Im direkten Vergleich fehle der deutschen Auswahl derzeit schlichtweg die absolute Spitzenqualität, wie sie etwa die Top-Nationen Frankreich oder Spanien aufbieten können.

Dennoch dürfe der sportliche Anspruch nicht zu weit sinken. Gegen Teams wie Paraguay oder andere kleinere Nationen müsse die individuelle Klasse der deutschen Nationalspieler laut Bierhoff in jedem Fall ausreichen, um souveräne Siege einzufahren.

Prestigeduell zum Auftakt: Nations League in Amsterdam

Viel Zeit zum Experimentieren bleibt Jürgen Klopp in seinem neuen Amt allerdings nicht. Bereits in seinem ersten Pflichtspiel an der Seitenlinie wartet ein echter Härtetest. Am 24. September reist das deutsche Team im Rahmen der Nations League nach Amsterdam, um sich mit dem Erzrivalen aus den Niederlanden zu messen.

Die Elftal befindet sich sportlich in einer ganz ähnlichen Ausgangslage. Nach einer ebenfalls enttäuschenden Weltmeisterschaft zog der niederländische Verband harte Konsequenzen: Bondscoach Ronald Koeman musste seinen Posten räumen und wurde durch die spanische Fußball-Legende Xavi ersetzt. Das Aufeinandertreffen der beiden strauchelnden Traditionsmannschaften verspricht somit einen hochspannenden Auftakt in einen neuen Länderspiel-Herbst.

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