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Der Machtkampf an der Spitze des Weltfußballs erreicht eine neue Eskalationsstufe. Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart und Mitglied im DFB-Aufsichtsrat, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino in einem aktuellen Podcast-Interview unmissverständlich zum Rücktritt aufgefordert. Der Schweizer habe die Fußballwelt durch seine Alleingänge tief gespalten.

Scharfe Kritik aus Deutschland: Wehrle wünscht sich neue FIFA-Spitze

Die Unzufriedenheit mit der Führung des Weltverbandes wächst stetig. Nun hat sich mit Alexander Wehrle ein gewichtiges Gesicht des deutschen Fußballs aus der Deckung gewagt. Im Podcast der Ludwigsburger Kreiszeitung fand der VfB-Boss deutliche Worte in Richtung Zürich: Mein persönlicher Wunsch ist, aber ich weiß, das interessiert den Infantino einen Scheiß: Er soll einfach zurücktreten.

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Laut dem DFB-Aufsichtsratschef habe der amtierende Präsident die internationale Gemeinschaft total gespalten. Für den kommenden FIFA-Kongress im März 2027 hofft Wehrle daher auf einen ernstzunehmenden Kandidaten, der dem 56-jährigen Schweizer die Stirn bietet. Die Kernaufgaben der FIFA müssten wieder im Fokus stehen. Solange Infantino an der Macht bleibe, werde sich im Sinne des Weltfußballs nichts verändern. Es brauche grundlegend eine Debatte und eine völlig neue Führung.

Investoren-Pläne als Auslöser der andauernden Vertrauenskrise

Die aktuelle Frustration der nationalen Verbände kommt nicht von ungefähr. Zuletzt hatte Gianni Infantino einen massiven Sturm der Entrüstung ausgelöst, als bekannt wurde, dass er Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren veräußern wollte. Pikanterweise hätte ihm bei der dafür neu gegründeten Tochtergesellschaft wohl ein überaus lukrativer Posten gewunken. Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände reagierten prompt und drohten mit einem umfassenden Boykott aller künftigen Turniere, sollten diese Pläne nicht umgehend in der Schublade verschwinden.

Obwohl der umstrittene Funktionär angesichts des massiven Drucks zurückruderte und sich entschuldigte, ist das Tischtuch zwischen Europa und dem Hauptsitz in der Schweiz zerschnitten.

Offener Brief der Kontinentalverbände erhöht den Druck

Der Gegenwind beschränkt sich längst nicht mehr nur auf den Deutschen Fußball-Bund. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und seine Verbündeten legten in dem schmutzigen Machtkampf jüngst mit einem offenen Brief an die globale Fußball-Familie nach. Darin formulieren sie schwere Vorwürfe gegen die aktuelle Führungskultur.

Fußball ist die größte gemeinsame Leidenschaft der Welt. Er gehört weder einer Einzelperson noch einer Institution, heißt es in dem brisanten Schreiben. Das finanzielle Wachstum des Verbandes in der jüngeren Vergangenheit sei zwar real, dürfe aber niemals als das Werk einer einzelnen Person dargestellt werden. Unterzeichnet wurde das Dokument nicht nur von Ceferin, sondern auch von den Präsidenten der asiatischen Konföderation (AFC) sowie des nord- und mittelamerikanischen Verbandes (CONCACAF). Die Front gegen den amtierenden Weltverbands-Chef formiert sich damit zusehends auf globaler Ebene.

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