DFB prüft Völler-Verbleib: Sportdirektor wackelt nach frühem WM-Aus
Nach dem WM-Aus und dem Nagelsmann-Abschied debattiert der DFB intensiv über die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler.
Die Amtszeit von Julian Nagelsmann als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft ist vorzeitig beendet. Nach dem bitteren WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 nach Elfmeterschießen) zieht der DFB die Reißleine. Offiziell fordert der Verband eine sportliche Neuausrichtung, doch intern stolperte der 37-Jährige über dieselben Probleme, die ihn bereits beim FC Bayern München den Job kosteten.
Der gebürtige Landsberger startete mit enormen Erwartungen in das Projekt Nationalmannschaft, doch schnell machte sich Skepsis breit. Wie schon an der Säbener Straße verlor sich der Taktikfuchs in ständigen Systemwechseln und einer extrem hohen Rotationsquote. Die Folge: Der Mannschaft fehlte die nötige Eingespieltheit, und klare Hierarchien konnten sich auf dem Platz kaum bilden. Unvergessen bleibt der viel kritisierte Versuch, den eigentlichen Offensivgeist Kai Havertz als Linksverteidiger aufzubieten. Auch das ständige Hin und Her bei Joshua Kimmich zwischen der Rechtsverteidiger-Position und dem zentralen Mittelfeld sorgte intern wie extern für Unruhe.
Sportlich glich die Ära unter dem Ex-Münchner einer Achterbahnfahrt. Zwar zeigte die DFB-Elf gegen Schwergewichte wie Italien oder die Niederlande phasenweise überragenden Fußball, doch in den entscheidenden Momenten fehlte die Stabilität. Dieses Phänomen zog sich wie ein roter Faden bereits durch seine Zeit beim deutschen Rekordmeister. Dort wechselten sich spektakuläre Siege mit unerklärlichen Pleiten ab, wie das krachende Pokal-Debakel in Mönchengladbach oder das überraschende Aus in der Königsklasse gegen den FC Villarreal zeigten. Auch beim jüngsten Weltmeisterschafts-Turnier reichte es am Ende nicht für den großen Wurf, da die defensiven Automatismen unter Druck versagten.
Neben dem Geschehen auf dem Rasen erwies sich die zwischenmenschliche Ebene als Dauerbaustelle. Berichten zufolge suchte der Cheftrainer während der Weltmeisterschaft abseits der offiziellen Taktikbesprechungen kaum das direkte Gespräch mit seinen Schützlingen. Viele Profis fühlten sich alleingelassen, die Unklarheit über die eigene Rolle im Team wuchs. Zudem sorgten öffentliche Debatten für zusätzliche Reibungsverluste. Ob der unklare Schlingerkurs in der Torwartfrage rund um Routinier Manuel Neuer oder die unglückliche Außendarstellung bei der Personalie Deniz Undav – der Rückhalt in der Kabine schwand zusehends. Letztlich wiederholte sich die Geschichte, und der Deutsche Fußball-Bund sah sich gezwungen, das Kapitel zu schließen.
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