1. FC Heidenheim setzt im Abstiegskampf auf Torwart Frank Feller
Trainer Frank Schmidt überrascht im Abstiegskampf mit einem Torwartwechsel und bringt Frank Feller beim Sieg in Köln.
Der 1. FC Heidenheim steht kurz davor, das scheinbar Unmögliche im Bundesliga-Abstiegskampf doch noch möglich zu machen. Nach einer historischen Aufholjagd adelt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus den FCH-Cheftrainer Frank Schmidt in den höchsten Tönen und bezeichnet ihn als den entscheidenden Faktor für die unerwartete Rettungschance.
Noch am 26. Spieltag schien das Schicksal der Ostalbstädter besiegelt. Mit satten zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz traute dem damaligen Tabellenschlusslicht im März kaum ein Experte noch den Klassenerhalt zu. Doch die Mannschaft bewies eine beeindruckende Moral. Aus den vergangenen sieben Partien holte der FCH starke zwölf Punkte – eine bessere Ausbeute als Top-Teams wie der VfB Stuttgart oder der SC Freiburg im selben Zeitraum.
Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie die Punkte eingefahren wurden. Die Mannschaft trotzte Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München jeweils ein spektakuläres 3:3 ab und feierte einen 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln. Durch diesen Kraftakt ist Heidenheim zum ersten Mal seit dem 17. Spieltag auf den vorletzten Tabellenplatz gesprungen. Aktuell fehlt gegenüber dem VfL Wolfsburg auf dem Relegationsrang lediglich die um drei Treffer schlechtere Tordifferenz.
Für TV-Experte Lothar Matthäus steht der Architekt dieses Erfolgs unmissverständlich fest. In seiner aktuellen Sky-Kolumne fand der 65-Jährige lobende Worte für den Cheftrainer: „Die Heidenheimer waren schon so gut wie abgestiegen, aber sie sind wieder zurückgekommen. Heidenheim hat einen Wunderheiler, und der heißt Frank Schmidt.“
Dabei blickt der Weltmeister von 1990 nicht nur auf die jüngsten Wochen, sondern würdigt die kontinuierliche Arbeit der vergangenen vier Spielzeiten. Schmidt habe das Team in die Bundesliga geführt, europäisch in der Conference League vertreten, im Vorjahr die Relegation überstanden und nun diese sensationelle Aufholjagd inszeniert. Die Mannschaft lasse sich durch nichts erschüttern und präsentiere sich extrem stabil.
Sollte am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 mit einem Sieg die Voraussetzung für das Erreichen der Relegation geschaffen werden und der Klassenerhalt gelingen, zieht Matthäus einen bemerkenswerten Vergleich. Für ihn würde diese Leistung die Arbeit vieler Trainerkollegen in den Schatten stellen.
„Ohne die Erfolge anderer Klubs zu schmälern: Sollte Schmidt mit Heidenheim die Klasse halten, wäre das noch einmal ein Pfund mehr als das, was Vincent Kompany mit Bayern, Manuel Baum mit Augsburg, Ole Werner mit Leipzig und all die anderen Trainer geschafft haben“, resümiert der Rekordnationalspieler. Nun liegt es an der Schmidt-Elf, dieses sportliche Wunder am finalen Spieltag zu krönen.
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