Thioune soll verunsicherte Bremer stabilisieren

Nach Werders Last-Minute-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach war Horst Steffens Zeit in Bremen Geschichte. Die Partie markierte das zehnte Bundesligaspiel in Serie ohne Sieg. Der erst im Sommer 2025 aus Elversberg verpflichtete Trainer kam in 20 Pflichtspielen auf vier Siege, sieben Unentschieden und neun Niederlagen.

Übergangsweise übernahmen bei den Norddeutschen Co-Trainer Raphael Duarte und Ex-Profi Christian Groß, ohne jedoch bei einer Bundesligapartie hauptverantwortlich an der Seitenlinie zu stehen. Nun ist klar: Daniel Thioune soll die Bremer nach zehn sieglosen Spielen in Folge zurück in die Erfolgsspur führen.

Beide Bos sagten Werder ab

Im Suchprozess kassierte Werder mehrere Absagen. Wunschkandidaten wie die Dänen Bo Svensson und Bo Henriksen standen nicht zur Verfügung. Auch Martín Demichelis, zuletzt beim CF Monterrey im Norden Mexikos tätig, sagte ab. Schließlich fiel die Wahl auf Thioune, der zuvor bei Fortuna Düsseldorf gearbeitet hatte, dort jedoch nach einem schwachen Saisonstart vergangenen Oktober freigestellt worden war. Für den noch bis 2028 gebundenen Coach wird eine kleine Ablösesumme an die Rheinländer fällig.

„Wir hatten sehr gute Gespräche mit Daniel. Seine Idee vom Fußball, seine Art und seine Herangehensweise an unsere aktuelle sportliche Situation waren ausschlaggebend“, erklärte Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz. „Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen werden.“

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Debüt am Samstag im Breisgau

Thioune leitete bereits am Mittwochnachmittag seine erste Trainingseinheit am Osterdeich. Unterstützt wird er von Co-Trainer Jan Hoepner, mit dem er schon in Düsseldorf zusammengearbeitet hatte. Sein Bundesliga-Debüt auf der Werder-Bank gibt Thioune am Samstag in der Auswärtspartie beim SC Freiburg.

„Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft und bin überzeugt, dass wir erfolgreich miteinander arbeiten und die Ziele des Vereins erreichen werden“, sagte Thioune. Nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen sei für ihn schnell klar gewesen, „dass ich zu Werder gehen möchte“.

Thioune betritt in Bremen Neuland

Thioune hatte seine Trainerlaufbahn beim VfL Osnabrück begonnen, für den er zuvor rund 170 Pflichtspiele als Spieler absolviert hatte. 2019 führte er den Klub in die 2. Liga und erreichte dort Rang sechs. Es folgten Stationen beim Hamburger SV sowie ein mehrjähriges Engagement bei Fortuna Düsseldorf, wo er 2024 den Bundesliga-Aufstieg erst in der Relegation, trotz eines 3:0-Hinspielsiegs, im Rückspiel gegen den VfL Bochum im Elfmeterschießen auf dramatische Weise verpasste.

Nun ist Werder seine erste Anstellung als Trainer in Deutschlands Eliteliga. In Bremen erwarten sie vom sympathischen Niedersachsen nichts weniger, als dass er den Klassenerhalt sichert.

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