Cesc Fabregas führt Como 1907 sensationell in die Champions League
Trainer Cesc Fabregas schreibt mit Como 1907 Geschichte und führt den Klub erstmals in die UEFA Champions League.
Schwarzer Tag für zwei der ruhmreichsten Fußballvereine Italiens: Sowohl Juventus Turin als auch der AC Mailand haben am letzten Spieltag der Serie A den Einzug in die Champions League dramatisch verspielt. Während sich Aufsteiger Como 1907 überraschend das Ticket für die Königsklasse sichert, müssen sich die beiden strauchelnden Giganten in der kommenden Saison mit der Europa League zufriedengeben.
Die Entscheidung gegen Juventus fiel an einem denkwürdigen Nachmittag. Das traditionsreiche Stadtderby beim FC Turin begann wegen schwerer Fanausschreitungen und einer Schlägerei vor dem Stadion mit mehr als einer Stunde Verspätung. Als der Ball endlich rollte, kam die Alte Dame nicht über ein enttäuschendes 2:2-Unentschieden hinaus. Zu diesem Zeitpunkt war das sportliche Schicksal bereits besiegelt.
Der direkte Konkurrent Como 1907 unter der Leitung von Cheftrainer Cesc Fàbregas löste seine Pflichtaufgabe souverän. Mit einem 4:1-Auswärtssieg beim Absteiger US Cremonese schob sich der Aufsteiger auf den vierten Tabellenplatz. Zwar beenden Como und Turin die Saison punktgleich, der in Italien ausschlaggebende direkte Vergleich geht jedoch an das Team von Fàbregas. Für Como bedeutet dies die sensationelle und erstmalige Qualifikation für die europäische Königsklasse in der knapp 120-jährigen Vereinsgeschichte.
Nach dem feststehenden Abrutschen in die Europa League platzte Juve-Coach Luciano Spalletti der Kragen. Der erfahrene Übungsleiter nahm kein Blatt vor den Mund und sprach seiner Mannschaft schlichtweg die Tauglichkeit für den Spitzenfußball ab. Er bemängelte vor allem die fehlende Persönlichkeit seiner Akteure, die sich von äußeren Umständen und Rückschlägen immer wieder aus dem Konzept bringen ließen.
Spalletti forderte eine drastische Charaktersteigerung und betonte, dass Spieler, die sich von Zweifeln lähmen lassen, das Trikot der Bianconeri nicht tragen dürften. Die fehlende Konstanz in den entscheidenden Phasen der Saison gipfelte nun im Verpassen des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs.
Auch in der lombardischen Metropole herrscht Katerstimmung. Der AC Mailand hatte die Champions-League-Qualifikation bis zum Schluss in der eigenen Hand – ein einfaches Remis gegen Cagliari Calcio hätte genügt. Doch trotz einer zwischenzeitlichen Führung brachen die Rossoneri ein und kassierten eine bittere 1:2-Heimpleite.
Auch der deutsche Nationalstürmer Niclas Füllkrug konnte das Ruder nicht mehr herumreißen. Der von West Ham United ausgeliehene Angreifer, dessen Leihe in Mailand bislang ohnehin als große Enttäuschung gilt, wurde erst in der Schlussphase eingewechselt und blieb völlig blass. Somit muss sich auch Milan in der kommenden Spielzeit im zweithöchsten europäischen Wettbewerb beweisen.
Profiteur des Mailänder Patzers ist die AS Roma. Die Hauptstädter sicherten sich durch einen abgeklärten 2:0-Erfolg bei Hellas Verona den dritten Tabellenplatz. Damit steht das Teilnehmerfeld der Serie A für die kommende Champions-League-Saison fest: Neben dem souveränen Meister Inter Mailand und der SSC Neapel vertreten die AS Roma sowie Debütant Como 1907 die italienischen Farben in der Königsklasse.
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