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Der FC Southampton wurde nach einem beispiellosen Spionage-Eklat mit sofortiger Wirkung aus den englischen Aufstiegs-Play-offs verbannt. Die unabhängige Disziplinarkommission der Liga bestrafte die Mannschaft des deutschen Trainers Tonda Eckert für das illegale Filmen des gegnerischen Trainings. Dieses bittere Aus trifft jedoch nicht nur die Briten hart, sondern sorgt auch beim FC Bayern München und dem 1. FC Nürnberg für einen drohenden Verlust in Millionenhöhe.

Play-off-Traum platzt: Smartphone-Spionage fliegt auf

Eigentlich hatten die Saints den Einzug in das alles entscheidende Endspiel um die Rückkehr in die Premier League bereits in der Tasche. Nach einem torlosen Remis im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Middlesbrough setzte sich das Team von Ex-Bayern-Jugendcoach Eckert am vergangenen Samstag dramatisch mit 2:1 in der Verlängerung durch. Doch die sportliche Freude währte nur kurz.

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Bereits am Freitag vor der Partie hatte Middlesbrough die Liga eingeschaltet. Ein Mitarbeiter aus Southampton war dabei erwischt worden, wie er hinter einem Baum versteckt die geheimen Übungseinheiten der Nordengländer mit seinem Smartphone filmte. Derartige Trainingsbeobachtungen sind auf der Insel seit mehreren Jahren strengstens untersagt. Das harte Urteil folgte am Dienstagabend: Ausschluss aus den laufenden Play-offs sowie ein zusätzlicher Punktabzug für die kommende Spielzeit. Der umgehende Einspruch des südenglischen Vereins wurde restlos abgewiesen.

Bitterer Rückschlag für Bayern München und Daniel Peretz

Die weitreichenden Konsequenzen dieses Urteils spürt vor allem der deutsche Rekordmeister. Im vergangenen Winter transferierten die Münchner ihren Ersatzkeeper Daniel Peretz auf Leihbasis an die Südküste Englands. Dort sorgte der israelische Nationaltorhüter in der zweitklassigen EFL Championship sportlich für großes Aufsehen.

Ursprünglich planten die Verantwortlichen in Southampton, im Falle eines Aufstiegs die festgeschriebene Kaufoption in Höhe von satten sieben Millionen Euro zu aktivieren. Durch den erzwungenen Verbleib in der Zweitklassigkeit ist dieses finanzielle Volumen für die Briten nun kaum noch zu stemmen. Für den FC Bayern bedeutet das: Die fest eingeplante Ablösesumme fällt weg, und der Verein droht mit bis zu sechs Torhütern völlig überbesetzt in die Vorbereitung der neuen Saison zu starten.

1. FC Nürnberg entgeht lukrativer Aufstiegsbonus

Auch in Franken sorgt die Nachricht aus England für lange Gesichter. Der 1. FC Nürnberg veräußerte bereits im vergangenen Sommer sein Top-Talent Caspar Jander für eine beachtliche Sockelablöse von zwölf Millionen Euro an das Team von Tonda Eckert. Der Deal war jedoch an eine sportliche Bedingung geknüpft.

Sollte Southampton in Janders Premierensaison der Sprung ins englische Oberhaus gelingen, würde ein vertraglich fixierter Bonus von einer weiteren Million Euro fällig werden. Durch die folgenschwere Spionage-Affäre und die Disqualifikation am grünen Tisch löst sich dieser erhoffte finanzielle Nachschlag für den fränkischen Traditionsverein nun in Luft auf.

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