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Der VfL Wolfsburg steht vor dem wichtigsten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Im Relegations-Rückspiel beim SC Paderborn kämpfen die Niedersachsen am heutigen Abend (20:30 Uhr) um den Klassenerhalt. Nach dem torlosen Hinspiel muss das Team von Trainer Dieter Hecking einen Sieg einfahren, um den erstmaligen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga endgültig abzuwenden.

Pure Gelassenheit statt Panikmache im Abstiegskampf

Während im Umfeld des Werksclubs die Nerven blank liegen dürften, strahlt der Chefcoach eine fast schon stoische Ruhe aus. Dieter Hecking hat nach seiner Amtsübernahme im März schnell erkannt, dass die ehemals haltlose Mannschaft in dieser ultimativen Drucksituation keine harten taktischen Maßnahmen oder kräftezehrende Kurz-Trainingslager benötigt. Stattdessen steht das Binnenklima im Fokus der Vorbereitung.

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Die Tage vor dem alles entscheidenden Duell mit dem Zweitliga-Dritten verliefen entsprechend unkonventionell. Der 61-Jährige verbrachte das Wochenende mit seiner Familie im Freibad und auf der Landesgartenschau, statt das zeitgleich stattfindende DFB-Pokalfinale zu verfolgen. Auch das Abschlusstraining vor der Reise nach Ostwestfalen gestaltete der Trainerstab bewusst locker und ohne große Ausschläge, um die Köpfe der Spieler freizubekommen. Bereits vor dem Hinspiel hatte ein gemeinsames Grillfest mit den Familien den Teamgeist der Wölfe gestärkt.

Die ungewisse Zukunft des Trainers

Das Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Club Paderborn könnte für Hecking gleichzeitig die Abschiedsvorstellung auf der Trainerbank der Wolfsburger sein. Sein Kontrakt läuft aus, und völlig unabhängig vom Ausgang der Relegation plant der Verein offenbar eine Umstrukturierung. Medienberichten zufolge soll der Routinier dem Meister von 2009 künftig in einer anderen Funktion erhalten bleiben, beispielsweise als Geschäftsführer oder Berater.

Sollte Hecking seine Retter-Mission nach einer katastrophalen Saison, in der das Team lange Zeit auf dem vorletzten Tabellenplatz rangierte und kaum Lebenszeichen sendete, erfolgreich abschließen, käme dies einem sportlichen Meisterstück gleich. Ein gesicherter Klassenerhalt wäre unter diesen Umständen wohl noch höher zu bewerten als der gemeinsame Pokalsieg im Jahr 2015. Wer in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie stehen wird, bleibt indes abzuwarten. Als potenzieller Nachfolger wird bereits Ex-VfL-Profi Dietmar Kühbauer gehandelt, der jüngst mit dem Linzer ASK in Österreich das Double gewinnen konnte.

Für Wolfsburg gilt es nun, die vorgelebte Ruhe des Trainers auf den Rasen zu übertragen. Es gibt in diesem Endspiel keine zweite Chance mehr.

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