DFB-Star Florian Wirtz spürt Druck vor dem K.o.-Spiel gegen Paraguay
Vor dem WM-Spiel gegen Paraguay wächst der Druck auf Florian Wirtz, seine Genialität auf dem Platz voll zu entfalten.
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in den USA dramatisch gescheitert. In Boston verlor das DFB-Team nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit und der Verlängerung mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Ein umstrittener VAR-Eingriff und fehlendes Glück vom Punkt besiegelten das nächste bittere WM-Aus.
Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei den Turnieren 2018 und 2022 endete auch die aktuelle Weltmeisterschaft für die deutsche Auswahl mit einer herben Enttäuschung. Dabei hatte Kai Havertz die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann in der 54. Minute mit seinem Treffer zum 1:1 überhaupt erst in die Verlängerung gerettet. Zuvor war ein deutsches Tor durch Jonathan Tah aufgrund eines Fehlers des Video-Assistenten (VAR) aberkannt worden. Im entscheidenden Elfmeterschießen versagten dann ausgerechnet dem Torschützen Havertz sowie weiteren DFB-Akteuren die Nerven.
Der Offensivspieler fand im Anschluss schonungslose Worte für das sportliche Abschneiden. Er entschuldigte sich bei den mitgereisten Anhängern und gab selbstkritisch zu, dass die Mannschaft international aktuell nicht mehr erstklassig agiere. Obwohl die spielerische Anlage phasenweise stimmte, fehlte letztlich die nötige Durchschlagskraft in den entscheidenden Momenten des Turniers.
Das Aufeinandertreffen in Nordamerika war das erste K.o.-Spiel für Deutschland bei einer Weltmeisterschaft seit dem triumphalen Finale 2014 gegen Argentinien. Von einem fußballerischen Feiertag war jedoch schnell nichts mehr zu spüren. Paraguay, taktisch eingestellt von Trainer Gustavo Alfaro, setzte auf eine extrem physische und aggressive Spielweise. Bereits in der zweiten Minute entging die deutsche Defensive nur knapp einem Rückstand, als Junior Alonso eine hochkarätige Kopfballchance ungenutzt ließ.
Im weiteren Spielverlauf zogen sich die Südamerikaner tief in die eigene Hälfte zurück und überließen dem viermaligen Weltmeister den Ballaufbau. Defensivspezialisten wie Andres Cubas und Gustavo Gomez warfen sich konsequent in jeden Zweikampf und zogen den deutschen Technikern früh den Zahn. Zudem profitierte die Offensive der Paraguayer rund um Julio Enciso immer wieder von Fehlern im DFB-Aufbauspiel.
Nach dem erneuten frühen Scheitern rückt unweigerlich die Trainerfrage in den medialen Fokus. Julian Nagelsmann betonte nach dem Abpfiff in Boston, dass er nicht vorhabe, davonzulaufen. Er stehe weiterhin zur Verfügung, verwies jedoch sachlich auf die üblichen Mechanismen im professionellen Fußball. Der Vertrag des Cheftrainers beim Deutschen Fußball-Bund läuft regulär noch bis zum Jahr 2028. Ob er den Neuaufbau in den kommenden Jahren leiten wird, liegt nun in den Händen der Verbandsspitze.
Vor dem WM-Spiel gegen Paraguay wächst der Druck auf Florian Wirtz, seine Genialität auf dem Platz voll zu entfalten.
Die deutsche Nationalmannschaft kämpft bei der WM mit physischen Defiziten und muss gegen Paraguay taktisch umdenken.
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