Einwechselspieler prägen die WM – Deniz Undav und Co. glänzen als Joker
Einwechselspieler wie Deniz Undav prägen die aktuelle WM und erzielen als Joker reihenweise entscheidende Tore.
Die deutsche Nationalmannschaft steht bei der Weltmeisterschaft bereits als Gruppensieger fest, doch der nächste Gegner bleibt ein Mysterium. Im kommenden Sechzehntelfinale am 29. Juni in Foxborough trifft die DFB-Auswahl auf einen von noch acht möglichen Gruppendritten. Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert die unklare Situation, die das Trainerteam zu einer kräftezehrenden Nachtschicht zwingt.
Vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22:00 Uhr) blickt das deutsche Lager gespannt auf die Parallelgruppen. Durch das Format der XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada ziehen auch die acht besten Gruppendritten in die K.o.-Phase ein. Für die deutsche Elf bedeutet das: Die Auswahl der potenziellen Widersacher hat sich zwar von 15 auf acht Teams reduziert, doch von echter Planungssicherheit kann keine Rede sein.
Mögliche Kontrahenten sind die Tabellendritten der Gruppen A, B, C, D und F. Während Südkorea, Bosnien und Herzegowina sowie Schottland ihre Vorrunden bereits abgeschlossen haben und auf das Weiterkommen hoffen, stehen in den anderen Gruppen noch Entscheidungen aus. In der Gruppe D kommen Australien und Paraguay infrage. Die größte Spannung bietet jedoch die Gruppe F: Neben Japan und Schweden könnte hier auch die Niederlande noch auf den dritten Rang abrutschen. Das würde der DFB-Auswahl direkt zum Auftakt der K.o.-Runde einen echten Blockbuster bescheren. Klarheit herrscht immerhin bei zwei Schwergewichten: Brasilien und die Schweiz sind als Gruppensieger auf die andere Seite des Turnierbaums gewechselt und fallen als Kontrahenten vorerst weg.
Die späte Gewissheit über das genaue Match-up ist für den Trainerstab ein logistischer Albtraum. Erst in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) wird endgültig feststehen, gegen wen der viermalige Weltmeister am darauffolgenden Montag in der Nähe von Boston antreten muss. Viel Zeit für eine tiefgehende Videoanalyse und die richtige taktische Ausrichtung bleibt da nicht.
Julian Nagelsmann nahm bei der Bewertung dieses Formats kein Blatt vor den Mund. Der 38-Jährige bemängelte offen, dass man sich als ungeschlagener Gruppensieger ein bisschen bestraft fühle, da beispielsweise der Tabellenzweite der deutschen Gruppe deutlich mehr Zeit für die Spielvorbereitung erhalte. Die Konsequenz für das deutsche Analyseteam liegt auf der Hand: Es droht eine intensive Nachtschicht am Wochenende. Dem Team bleibt am Sonntag lediglich das finale Abschlusstraining, um die hastig erstellten taktischen Vorgaben auf dem Platz zu verinnerlichen.
Dennoch versucht der Bundestrainer, die unangenehme Situation pragmatisch zu lösen. Die Aufgaben für die Gegnerbeobachtung sind innerhalb des Stabs längst aufgeteilt. Den unvorteilhaften Matchplan will die sportliche Leitung sportlich nehmen – das Trainerteam sei schließlich fast durchweg noch jung, da könne man eine durcharbeitete Nacht auch mal verkraften.
Einwechselspieler wie Deniz Undav prägen die aktuelle WM und erzielen als Joker reihenweise entscheidende Tore.
Vor dem abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Ecuador plant Bundestrainer Julian Nagelsmann Änderungen in der Startelf.
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