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Eloy Room hat bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika eine der denkwürdigsten Torwartleistungen der Turniergeschichte abgeliefert. Der 37-jährige Keeper rettete Curacao gegen Ecuador mit unfassbaren 15 Paraden den ersten WM-Punkt der Verbandsgeschichte. Von diesem historischen Auftritt profitiert auch die deutsche Nationalmannschaft, die sich dadurch vorzeitig den Gruppensieg sichert.

Historischer Rekord: Nur Tim Howard hielt mehr Bälle

Seit Beginn der offiziellen Datenerfassung bei Weltmeisterschaften gab es kaum einen Torhüter, der sein Tor so eindrucksvoll vernagelte wie der Schlussmann des karibischen Inselstaates. Mit 15 abgewehrten Schüssen in der regulären Spielzeit katapultierte sich der Routinier auf den zweiten Platz der ewigen Bestenliste. Den Spitzenplatz belegt weiterhin der US-Amerikaner Tim Howard, der bei der Endrunde 2014 gegen Belgien 16 Paraden zeigte – allerdings benötigte er dafür 120 Minuten samt Verlängerung.

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich der gefeierte Held bestens gelaunt. Ein bisschen ärgere er sich schon, den alleinigen Rekord verpasst zu haben, scherzte der Torhüter gegenüber Reportern. Er sei sich aber sicher, dass Howard vor dem Fernseher ordentlich geschwitzt habe. Während der intensiven 90 Minuten habe er selbstredend keinen Gedanken an Statistiken verschwendet, sondern sich voll auf den Ball fokussiert.

Vom Prügelknaben zum gefeierten WM-Helden

Die Leistungsexplosion kommt durchaus unerwartet. Noch am 14. Juni musste der in den Niederlanden geborene Keeper beim 1:7 gegen Deutschland in Houston gleich siebenmal hinter sich greifen. Dass der Schlussmann, der einst sogar ein Spiel für die niederländische U20-Auswahl bestritt, sich von diesem Rückschlag nicht brechen ließ, spricht für seine enorme mentale Stärke. Die 160.000 Einwohner von Curacao feierten in der Nacht zum Sonntag nicht nur ihren Torhüter, sondern den allerersten Punktgewinn bei einer Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt.

Doppelter Jubel: DFB-Team freut sich über Schützenhilfe

Die sensationelle Nullnummer von Curacao gegen das favorisierte Ecuador löste nicht nur in der Karibik Begeisterungsstürme aus. Auch im Lager der deutschen Nationalmannschaft wurde das Ergebnis wohlwollend registriert. Da die Südamerikaner die fest eingeplanten drei Zähler verpassten, steht das DFB-Team bereits nach dem zweiten Spieltag als sicherer Gruppensieger fest. Die unerwartete Schützenhilfe nimmt dem kommenden Gruppenspiel der Deutschen jeglichen Druck.

Ein Turnier der überragenden Schlussmänner

Der Auftritt des 37-Jährigen passt perfekt in das Bild dieser Endrunde in Kanada, Mexiko und den USA. Die Torhüter kleinerer Nationen wachsen reihenweise über sich hinaus. Ob der Australier Patrick Beach gegen die Türkei, Paraguays Patrick Gill oder der 40-jährige Vozinha von den Kapverden gegen Spanien – die Underdogs verdanken ihre realistischen Chancen auf das Achtelfinale aktuell vor allem ihren überragenden Männern zwischen den Pfosten. Eloy Room hat sich mit seiner Gala-Vorstellung nun endgültig die Krone dieser starken Torwart-Generation aufgesetzt.

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