14

Die englische Nationalmannschaft steht im Viertelfinale der Weltmeisterschaft. In einem hochdramatischen Achtelfinale setzten sich die „Three Lions“ im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt mit 3:2 gegen die mexikanische Auswahl durch. Trotz eines Platzverweises überstand das Team von Trainer Thomas Tuchel den wilden Schlagabtausch und beendete gleichzeitig einen historischen Fluch der Gastgeber.

Gewitter sorgt für Verzögerung

Das Spektakel in der auf über 2.200 Metern Höhe gelegenen Arena begann mit reichlich Verspätung. Ein schweres Gewitter über der mexikanischen Hauptstadt zwang die Offiziellen dazu, den Anpfiff um eine Stunde nach hinten zu verlegen. Als der Ball schließlich rollte, brauchten beide Mannschaften knapp eine Viertelstunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Den ersten großen Warnschuss lieferte Mexikos Stürmer Raúl Jiménez, der mit einem wuchtigen Kopfball am glänzend parierenden englischen Schlussmann Jordan Pickford scheiterte.

Passend zum Thema

Bellingham-Doppelschlag schockt die Hausherren

Die Briten strahlten in der Anfangsphase wenig Torgefahr aus, schlugen dann aber eiskalt zu. Bukayo Saka tankte sich auf der rechten Außenbahn durch und servierte maßgenau für Jude Bellingham. Der Mittelfeldstar musste am zweiten Pfosten nur noch einköpfen (36. Minute). Die englische Freude war kaum verhallt, da klingelte es erneut im Kasten der Mittelamerikaner. Nach einem Ballgewinn tief in der gegnerischen Spielhälfte legte Kapitän Harry Kane quer auf Bellingham, der nur 98 Sekunden nach seinem ersten Treffer das 2:0 nachlegte – diesmal platziert mit dem rechten Fuß.

Tuchel schreibt Geschichte trotz Platzverweis

Wer dachte, die Partie sei nun entschieden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Julián Quinones brachte „El Tri“ noch vor der Pause (42.) zurück in das Spiel. Nach dem Seitenwechsel stellte der aufopferungsvoll kämpfende Kane (60.) den alten Abstand wieder her. Doch Mexiko gab sich vor 80.824 enthusiastischen Fans nicht auf und verkürzte durch Jiménez (69.) auf 2:3.

Die Schlussphase glich einer wahren Nervenschlacht, in der der englische Verteidiger Jarell Quansah mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. In Unterzahl verteidigten die tapferen Europäer den knappen Vorsprung über die Zeit. Mit diesem Erfolg brach England nicht nur die mexikanische Ungeschlagen-Serie bei WM-Spielen im Aztekenstadion, sondern verhalf auch Thomas Tuchel zu einem Meilenstein: Er ist der erste deutsche Trainer, der mit einer ausländischen Nationalmannschaft in ein WM-Viertelfinale einzieht. „Es ist einer dieser Tage, wo einfach alles geklappt hat“, krächzte ein völlig erschöpfter, aber glücklicher Harry Kane nach dem Schlusspfiff.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?