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Die Euphorie nach dem furiosen WM-Auftakt ist verflogen. Nach der ernüchternden 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador schlagen die Weltmeister von 2014 Alarm. Mats Hummels und Toni Kroos üben scharfe Kritik an der taktischen Ausrichtung unter Bundestrainer Julian Nagelsmann und zweifeln an den Titelchancen der DFB-Auswahl.

Hummels fordert taktische Anpassungen von Nagelsmann

Der Start in das Turnier schien nach dem 7:1 gegen Underdog Curacao und dem hart erkämpften 2:1 gegen die Elfenbeinküste nach Maß zu verlaufen. Doch das abschließende Gruppenspiel deckte eklatante Schwächen auf. Der ehemalige Abwehrchef Mats Hummels legte als TV-Experte den Finger in die Wunde. Er kritisierte vor allem die Anfälligkeit bei schnellen Gegenstößen, die durch einfache Ballverluste und eine fehlerhafte Grundordnung begünstigt würden.

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Als Lösung brachte der Rio-Weltmeister eine taktische Umstellung ins Spiel. Hummels plädiert für die Installation einer klassischen Holding Six im zentralen Mittelfeld – ein Akteur, dessen Hauptaufgabe die Absicherung bei eigenen Angriffen ist. Dass Julian Nagelsmann diese tiefgreifende Änderung kurzfristig umsetzt, bezweifelt der 37-Jährige jedoch stark.

Kroos vermisst die Siegermentalität im DFB-Team

Ins gleiche Horn bläst sein ehemaliger Weggefährte Toni Kroos. In seinem Online-Format nahm der einstige Mittelfeldstratege die Mannschaft hart in die Pflicht. Die aktuelle deutsche Elf sei nicht unbequem genug für ihre Gegner. Zudem bemängelte er die Formkurve der offensiven Hoffnungsträger: Solange Unterschiedsspieler wie Jamal Musiala und Florian Wirtz nicht ihr volles Potenzial abrufen, drohe ein frühes Turnier-Aus.

Besonders kritisch sieht Kroos die fehlende Resilienz der Truppe. Während das Team von 2014 auch schwache Partien wie das legendäre Duell gegen Algerien noch gewinnen konnte, fehle der heutigen Generation genau diese Fähigkeit, schlechte Spiele irgendwie über die Ziellinie zu retten.

Sechzehntelfinale gegen Paraguay als Reifeprüfung

Viel Zeit zur Fehleranalyse bleibt dem Trainerstab indes nicht. Bereits am Montag (22:30 Uhr) wartet im Sechzehntelfinale Paraguay auf den Gruppensieger. Hummels warnte aus eigener Erfahrung, dass sich grundlegende Strukturprobleme in einer derart kurzen Vorbereitungszeit kaum vollständig beheben lassen. Die Begegnung wird somit zum ultimativen Charaktertest für die deutsche Auswahl: Kann das Team rechtzeitig den Schalter umlegen oder bewahrheiten sich die düsteren Prognosen der Ex-Weltmeister?

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