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Beim 4:2-Auftaktsieg der englischen Nationalmannschaft gegen Kroatien bei der Weltmeisterschaft sorgte Harry Kane für Diskussionsstoff. Der Stürmer des FC Bayern München verwandelte einen Elfmeter im zweiten Versuch, nachdem er Torhüter Dominik Livakovic zuvor mit einem verzögerten Anlauf von der Linie gelockt hatte. Ex-Profi Kevin-Prince Boateng übte im Anschluss scharfe Kritik an dieser Ausführung.

Kevin-Prince Boateng fordert Regeländerung für Elfmeter

Im Rahmen der WM-Berichterstattung beim US-Sender CBS fand Kevin-Prince Boateng deutliche Worte für die Aktion des 32-jährigen Angreifers. Das sollte verboten werden, forderte der Ex-Profi entschieden. Der Stein des Anstoßes war Kanes Ausführungstechnik: Er verlangsamte seinen Anlauf massiv, wodurch der kroatische Schlussmann irritiert wurde und die Torlinie zu früh verließ. Da Kane den ersten Versuch verschoss, der Schiedsrichter den Strafstoß aber wegen des frühen Herauslaufens wiederholen ließ, bekam der Toptorjäger eine zweite Chance und traf souverän.

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Laut dem aktuell gültigen Regelwerk ist das Vorgehen des Engländers völlig legal. Ein abruptes Abstoppen ist zwar untersagt, doch solange der Bewegungsablauf flüssig bleibt, dürfen Schützen ihren Anlauf verlangsamen. Diese taktische Variante nutzen versierte Spezialisten regelmäßig, um sich einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Torhütern zu verschaffen.

Kalkuliertes Risiko verhilft den Three Lions zum Sieg

Dass diese Szene kein Zufall war, bestätigte der Bayern-Star nach dem Schlusspfiff selbst. Beim intensiven Videostudium im Vorfeld der Partie sei ihm aufgefallen, dass der kroatische Keeper dazu neigt, seine Linie früh zu verlassen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wählte er den verzögerten Anlauf ganz bewusst. Der routinierte Angreifer betonte, dass er genau aus diesem Grund so gründlich recherchiere, was am Ende hervorragend für ihn funktioniert habe. Im zweiten Anlauf schickte er Livakovic in die falsche Ecke und sorgte nach zwölf Minuten für die frühe englische Führung.

Am Ende jubelte die von Thomas Tuchel trainierte Mannschaft über einen verdienten 4:2-Erfolg. Neben dem Kopfball-Doppelpack des Münchners trugen sich im zweiten Durchgang auch Jude Bellingham und Marcus Rashford in die Torschützenliste ein. Die zwischenzeitlichen Ausgleiche durch Martin Baturina und Petar Musa reichten der kroatischen Auswahl nicht, um den erfolgreichen englischen WM-Auftakt ernsthaft zu gefährden.

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