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Die österreichische Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in den USA erstmals seit 44 Jahren die Vorrunde überstanden. Nach einem dramatischen 3:3-Unentschieden gegen Algerien in Kansas City steht das Team von Trainer Ralf Rangnick im Sechzehntelfinale. Dort wartet mit Spanien nun ein echter Titelkandidat. Trotz des historischen Erfolgs herrscht im Lager der Österreicher jedoch mehr Frust als Euphorie.

Das Wunder von Kansas City sorgt für gemischte Gefühle

Es waren nervenaufreibende Schlussminuten, die den österreichischen Fans alles abverlangten. Die Alpenrepublik stand kurz vor dem sensationellen Aus, ehe Stürmer Saša Kalajdžić drei Minuten vor dem Ende den erlösenden 3:3-Ausgleich gegen Algerien erzielte. Doch wer nach dem Abpfiff jubelnde Österreicher erwartete, wurde getäuscht. Die Leistung der Mannschaft warf mehr Fragen auf, als sie Antworten lieferte.

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Besonders Marcel Sabitzer fand nach der Partie deutliche Worte. Der Dortmunder zeigte sich sichtlich mitgenommen und kritisierte den Auftritt seiner Mannschaft scharf. Das Spiel sei ein ständiges Auf und Ab gewesen, was man sich auf diesem Niveau nicht erlauben dürfe. Der Mittelfeldspieler sprach sogar von einer teilweise unseriösen Vorstellung und resümierte treffend, dass das Team mit einem blauen Auge davongekommen sei.

Zwischen hohen Ansprüchen und fehlendem Vollgasfußball

Auch Teamchef Ralf Rangnick wirkte unmittelbar nach dem Schlusspfiff nachdenklich. Zwar zeigte er sich glücklich über den Einzug in die K.o.-Phase – den ersten bei einer WM seit 1982 –, doch auch der deutsche Taktikexperte räumte ein, dass noch viel Luft nach oben bestehe. Genau hier liegt aktuell das Problem der Österreicher: Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Anspruch und der gezeigten Realität auf dem Rasen ist gewaltig.

Seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2022 hat Rangnick dem ÖFB-Team ein neues, extrem selbstbewusstes Gesicht verpasst. Die Mannschaft um Stars wie David Alaba, Marco Arnautović und Xaver Schlager brillierte in der jüngeren Vergangenheit mit Siegen gegen Top-Nationen wie Deutschland, die Niederlande und Kroatien. Der typische Rangnick-Stil – aggressives Offensivpressing und blitzschnelles Umschaltspiel – weckte Erinnerungen an die besten Zeiten von RB Leipzig. Die Souveränität, mit der Österreich die WM-Qualifikation als Gruppenerster abschloss, ließ die Erwartungen in der Heimat explodieren. Bei einer ORF-Umfrage sahen gar 32 Prozent der Fans ihr Team als kommenden Weltmeister.

Defensive Wackler und die Herkulesaufgabe Spanien

Von diesem dominanten Vollgasfußball, von dem Stürmer Michael Gregoritsch vor dem Turnier noch schwärmte, ist in den USA bislang wenig zu sehen. Die Offensive agiert oft zu harmlos, während sich in der Defensive unerwartete Schwächen offenbaren. Gegen mutige Algerier reichte es am Ende nur dank Kalajdžićs Last-Minute-Treffer.

Im Sechzehntelfinale wartet nun Spanien. Gegen die Iberer wird die Rangnick-Elf eine deutliche Leistungssteigerung benötigen. Halbgare Vorstellungen und Unkonzentriertheiten werden auf diesem Niveau gnadenlos bestraft. Will Österreich seinen WM-Traum weiterleben, muss das Team dringend zurück zu jener Intensität und Abgezocktheit finden, die es in den vergangenen zwei Jahren so stark gemacht hat.

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