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Der paraguayische Torhüter Orlando Gill hat bei der Weltmeisterschaft für eine Sensation gesorgt und die deutsche Nationalmannschaft mit seinen Glanzparaden aus dem Turnier geworfen. Hinter dem fast zwei Meter großen Schlussmann liegt ein unglaublicher und hochemotionaler Aufstieg aus tiefster Armut bis auf die ganz große Fußballbühne.

Unüberwindbares Hindernis für die DFB-Auswahl

Die Angriffe der deutschen Elf prallten an ihm ab wie an einer massiven Mauer. Ob Joshua Kimmich, Waldemar Anton oder Kai Havertz – insgesamt sechs hochkarätige Torschüsse vereitelte der Keeper in der regulären Spielzeit, vier davon aus kürzester Distanz. Im anschließenden Elfmeterschießen krönte der Südamerikaner seine Leistung endgültig, als er die Schüsse von Havertz und Nick Woltemade entschärfte und Paraguay damit historisch in die nächste Runde führte.

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Kampf ums Überleben abseits des Rasens

Nationaltrainer Gustavo Alfaro fand nach dem Triumph ergreifende Worte. Während die europäischen Gegner in den besten Akademien ausgebildet würden, kämen seine Schützlinge von der roten Erde. Eine Metapher, die auf niemanden so sehr zutrifft wie auf seinen Schlussmann. Noch im Dezember 2022 stand der Torwart als Ersatzspieler beim paraguayischen Zweitligisten CS San Lorenzo unter Vertrag. In einer Liga, in der das Gehalt ohnehin kaum zum Leben reichte, traf ihn ein extremer Schicksalsschlag: Bei der Geburt seines Sohnes Lautaro kam es zu massiven Komplikationen. Das Neugeborene musste umgehend auf die Intensivstation.

Alles verkauft für die Familie

Um die immensen medizinischen Kosten für sein Kind decken zu können, opferte der junge Vater alles, was er besaß. Er verkaufte seine Fußballschuhe, gewonnene Pokale und sogar das Trikot seines Debüts für die U20-Nationalmannschaft. Der harte Kampf lohnte sich am Ende: Lautaro überlebte und konnte kurz vor Weihnachten das Krankenhaus verlassen, wenngleich die Familie den Heiligabend mangels Essen bei Verwandten verbringen musste.

Aus dieser unfassbaren Not heraus startete der Torhüter schließlich durch. Der argentinische Erstligist CA San Lorenzo erkannte sein großes Potenzial und sicherte sich 2024 seine Dienste. Nun, nur kurze Zeit später, hat sich der Mann, der einst aus Liebe zu seinem Sohn sein gesamtes Hab und Gut aufgab, auf der WM-Bühne unsterblich gemacht.

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