11

Die portugiesische Nationalmannschaft hat im dritten Vorrundenspiel der Weltmeisterschaft den Gruppensieg verpasst. Nach einer erschreckend ideenlosen Leistung kam das Team um Superstar Cristiano Ronaldo in Miami nicht über ein 0:0 gegen bärenstarke Kolumbianer hinaus. Folglich beenden die Iberer die Gruppe K nur auf dem zweiten Tabellenplatz.

Schwerer Turnierbaum: Kroatien und Spanien warten

Während sich Kolumbien durch den völlig verdienten Gruppensieg eine exzellente Ausgangslage für die K.o.-Runde sicherte – im Achtelfinale wartet Ghana, danach ein mögliches Duell mit der Schweiz –, sieht die Realität für die Portugiesen deutlich düsterer aus. Der weitere Turnierpfad gleicht einem sportlichen Minenfeld: In der nächsten Runde trifft das Team auf den amtierenden WM-Dritten Kroatien. Bei einem Weiterkommen droht im Viertelfinale bereits ein Kräftemessen mit Spanien.

Passend zum Thema

Diese schwere Route ist die direkte Konsequenz einer insgesamt durchwachsenen Vorrunde. Zwar feierte die Mannschaft einen 5:0-Pflichtsieg gegen Gruppenletzten Usbekistan, blieb aber sowohl beim 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo als auch nun gegen Kolumbien den Beweis schuldig, ein echter Titelfavorit zu sein.

Kolumbianische Heimspiel-Atmosphäre in Miami

Vor knapp 40.000 frenetischen kolumbianischen Fans verwandelte sich das Stadion in Miami faktisch in einen Hexenkessel. Angetrieben von der ohrenbetäubenden Kulisse entwickelten die Südamerikaner von der ersten Minute an enormen Druck. Das Offensiv-Trio um Jhon Arias, Luis Diaz und den wuchtigen Jhon Cordoba setzte der portugiesischen Defensive konsequent zu. Bereits nach knapp 60 Sekunden köpfte der ehemalige Bundesliga-Stürmer Cordoba den Ball nur haarscharf über den Querbalken.

Torhüter Diogo Costa musste in der 17. Minute seine ganze Klasse aufbieten, um einen Rückstand durch Cordoba mit einer starken Reaktion zu verhindern. Nur vier Minuten später war es Ruben Neves, der in höchster Not kurz vor der eigenen Torlinie klären musste, da die Hintermannschaft zeitweise völlig überrannt wurde.

Ronaldo zieht mit Matthäus gleich – Offensive harmlos

Die Angriffsreihen der nominell so starken Portugiesen wirkten gegen das kompakte Abwehrbollwerk der Cafeteros über weite Strecken wie abgemeldet. Torgefahr blitzte lediglich in einem kurzen Zeitfenster vor der Pause auf: Bruno Fernandes scheiterte mit einem Schuss aus der Drehung am glänzend reagierenden Keeper Camilo Vargas (39.). Ein anschließender Fallrückzieher-Versuch von Cristiano Ronaldo verpuffte wirkungslos, während ein starkes Dribbling von Joao Felix nicht von Erfolg gekrönt war.

Für den 41-jährigen Ronaldo blieb am Ende nur ein statistischer Trostpreis. Mit seinem nunmehr 25. WM-Einsatz zog der Routinier in der ewigen Bestenliste mit der deutschen Legende Lothar Matthäus gleich. Einzig der Argentinier Lionel Messi hat in der Historie des Turniers noch mehr Spiele absolviert. Um im anstehenden K.o.-Duell gegen Kroatien bestehen zu können, werden eine bessere Statistik und eine deutliche spielerische Leistungssteigerung zwingend notwendig sein.

Verwandte Beiträge

Warum Sportwetten-Magazin vertrauen?