Schweden löst WM-Ticket: Gyökeres führt Quali-Versager zum Turnier
Dank einer kuriosen UEFA-Regelung und Superstar Viktor Gyökeres fährt Schweden trotz siegloser Qualifikation zur WM 2026.
Die schwedische Nationalmannschaft hat einen Maßgeschneiderten Start in die Weltmeisterschaft 2026 hingelegt. Im mexikanischen Monterrey deklassierten die Skandinavier am ersten Gruppenspieltag Tunesien mit einem ungefährdeten 5:1 (2:1). Überragender Mann auf dem Platz war Yasin Ayari, der den höchsten schwedischen WM-Sieg seit Jahrzehnten mit zwei sehenswerten Treffern einrahmte.
Das Team von Trainer Graham Potter brauchte keine lange Anlaufphase und drängte die Nordafrikaner von Beginn an in die eigene Hälfte. Bereits in der 5. Minute setzte Arsenal-Star Viktor Gyökeres ein erstes Ausrufezeichen. Nur zwei Minuten später klingelte es im tunesischen Kasten: Nach einem abgewehrten Ball von Alexander Isak landete das Leder gut 20 Meter vor dem Tor bei Yasin Ayari. Der Mittelfeldspieler fackelte nicht lange und jagte den Ball mit enormer Wucht zur frühen Führung in die Maschen (7.).
Schweden kontrollierte das Geschehen nach Belieben. Nach einer halben Stunde erhöhte Liverpool-Angreifer Alexander Isak auf 2:0. Ein strammer Schuss des Stürmers rutschte dem tunesischen Schlussmann Mouhib Chamakh unglücklich über den Arm ins lange Eck. Tunesien, das mit den Deutschland-Legionären Rani Khedira, Ellyes Skhiri und Elias Saad auflief, war offensiv kaum existent, kam aber kurz vor dem Pausenpfiff durch Omar Rekik aus heiterem Himmel zum 1:2-Anschlusstreffer (43.).
Wer nach dem Seitenwechsel auf ein Aufbäumen der Tunesier gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die schwedische Elf ließ sich vom unerwarteten Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen und stellte die Weichen schnell wieder auf Sieg. Viktor Gyökeres, der bereits in der Anfangsphase wirbelte, stellte in der 60. Minute den Zwei-Tore-Abstand wieder her.
In der Schlussphase brachen bei den Nordafrikanern alle Dämme. Joker Mattias Svanberg trug sich unmittelbar nach seiner Einwechslung in die Torschützenliste ein (84.), bevor erneut der pfeilschnelle Ayari in der Nachspielzeit (90.+6) den 5:1-Schlusspunkt setzte.
Der dominante Auftritt in Monterrey ist besonders bemerkenswert, wenn man auf die jüngere Geschichte der Skandinavier blickt. In der regulären WM-Qualifikation blieb Schweden ohne einen einzigen Sieg. Erst über den Umweg der Nations-League-Playoffs und einen harten Kampf gegen Polen sicherte sich das Team das Ticket für Nordamerika.
Umso gelöster zeigte sich Chefcoach Graham Potter nach dem zweithöchsten Sieg der schwedischen WM-Historie: „Fünf Tore, eine solide Leistung, wir hätten noch mehr Treffer erzielen können – alle Spieler waren fantastisch. Wir werden die heutige Nacht genießen.“ Mit dieser offensiven Feuerpower avanciert die Potter-Elf früh zu einem ernstzunehmenden Geheimfavoriten im Turnierverlauf.
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