Der Weltverband FIFA steht nach der Weltmeisterschaft 2026 im Zentrum eines weiteren Skandals. Laut Medienberichten hat die Demokratische Republik Kongo den Torhüter Lionel Mpasi während des gesamten Turniers ohne vollständige Spielberechtigung eingesetzt. Interne Dokumente legen nahe, dass die FIFA über diesen Umstand informiert war, aber auf Sanktionen verzichtete.

Interne Dokumente enthüllen heikle Angelegenheit

Wie die „New York Times“ und „Le Monde“ unter Berufung auf interne FIFA-Korrespondenzen berichten, stellten Rechtsexperten des Weltverbandes Mängel bei Mpasis Verbandswechsel fest. Der Schlussmann hatte in der Vergangenheit für französische Jugendnationalmannschaften gespielt. Die Unterlagen für den offiziellen Wechsel zur Demokratischen Republik Kongo waren demnach nie komplett abgeschlossen worden.

Die FIFA prüfte daraufhin verschiedene Sanktionen. Das Spektrum reichte von einer Geldstrafe bis hin zum kompletten Ausschluss der Kongolesen aus den WM-Playoffs. Am Ende setzte der Weltverband jedoch keine dieser Maßnahmen um. Die französische Zeitung „Le Monde“ schreibt von einer heiklen Angelegenheit, die aus politischen Gründen verdeckt worden sei.

Ein offizieller Protest des nigerianischen Verbandes brachte die Ermittlungen ursprünglich ins Rollen. Die DR Kongo hatte sich durch einen Sieg über Nigeria für das Playoff-Turnier qualifiziert und anschließend gegen Jamaika das Ticket für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada gelöst. Die FIFA wies die Beschwerde aus Nigeria nach eigenen Angaben aus rein formalen Gründen ab. Mpasi stand daraufhin bis zum Achtelfinal-Aus gegen England in allen WM-Spielen auf dem Platz.

Verbindungen zur Verbandsspitze und wachsende Kritik

Die „New York Times“ zieht in ihrer Berichterstattung eine Verbindung zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und dem aktuellen Chef des kongolesischen Verbandes, Véron Mosengo-Omba. Mosengo-Omba gilt als Verbündeter des Schweizers. Zum Zeitpunkt der Untersuchung bereitete er seine Kandidatur für die Verbandsspitze vor und wurde nach der erfolgreichen WM-Qualifikation in sein Amt gewählt.

Auf eine Anfrage der US-amerikanischen Zeitung reagierte der Weltverband mit dem Verweis auf die Unabhängigkeit seiner Gremien. Die Ausschüsse würden autonom und auf Grundlage der geltenden Vorschriften sowie der vorliegenden Fakten entscheiden. Infantino selbst bereitet sich derzeit auf seine Wiederwahl im Jahr 2027 vor und ist dabei stark auf die Stimmen des afrikanischen Kontinents angewiesen. Mit Blick auf die kommende Wahl hatte unlängst UEFA-Präsident Ceferin eine Kandidatur gegen FIFA-Chef Infantino ausgeschlossen.

Der Fall Mpasi reiht sich in eine Kette umstrittener Entscheidungen während der Endrunde ein. Bereits die Aufhebung der Rotsperre des US-amerikanischen Stürmers Folarin Balogun vor dem Achtelfinale gegen Belgien sorgte für massive Diskussionen. Laut US-Präsident Donald Trump hatte dieser im Vorfeld bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung gebeten. Auch in diesem Fall betonte die FIFA stetig die Unabhängigkeit ihrer Disziplinarkommission.

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