Portugal-Trainer Roberto Martínez tritt zurück – Jesus übernimmt
Nach dem bitteren WM-Achtelfinal-Aus gegen Spanien tritt Roberto Martínez als Portugal-Trainer ab. Jorge Jesus übernimmt.
Der eingewechselte Mikel Merino hat die spanische Nationalmannschaft mit einem späten Treffer ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft geschossen. Durch den hart umkämpften 1:0-Erfolg gegen Portugal beendet die „Furia Roja“ gleichzeitig die WM-Karriere von Superstar Cristiano Ronaldo. Der 30-jährige Merino traf in der ersten Minute der Nachspielzeit und erlöste sein Team nach einem zähen Iberien-Derby.
Die Begegnung begann mit einer durchaus dominanten spanischen Mannschaft, die jedoch zunächst menschliche Züge zeigte. Selbst absolute Leistungsträger wie Lamine Yamal leisteten sich in der Anfangsphase ungewohnte Fehlpässe. Doch wenn der amtierende Europameister sein gefürchtetes Kombinationsspiel aufzog, wurde es sofort brandgefährlich.
In der achten Minute schaltete die Elf von Luis de la Fuente in den Zauber-Modus: Über den ballsicheren Pedri landete das Spielgerät bei Dani Olmo, der mit nur einem Kontakt den perfekten Schnittstellenpass auf Mikel Oyarzabal spielte. Der doppelte Doppeltorschütze dieses Turniers schob den Ball aus zwölf Metern jedoch völlig freistehend knapp am rechten Pfosten vorbei – die frühe Führung schien eigentlich reine Formsache zu sein.
Besonders in der zweiten Halbzeit entwickelte sich das K.o.-Spiel zu einer echten Geduldsprobe. Offensive Ideen waren auf beiden Seiten Mangelware. Die Portugiesen standen tief und kompakt, während Spanien vergeblich nach der entscheidenden Lücke suchte. Doch auch Portugal setzte Nadelstiche gegen die bis dahin im Turnier gegentorlosen Spanier. Nuno Mendes prüfte mit einem wuchtigen Abschluss die Stabilität der Querlatte, und Cristiano Ronaldo sorgte mit seinen unverkennbaren Übersteigern zumindest für das gewohnte Raunen auf den Rängen.
Als sich das Stadion bereits auf eine nervenaufreibende Verlängerung einstellte, bewies Spaniens Cheftrainer Luis de la Fuente ein goldenes Händchen. Er brachte Mikel Merino in die Partie, und nur sechs Minuten später belohnte der 30-Jährige das Vertrauen. In der 91. Minute erzielte er das viel umjubelte 1:0. Eine letzte Ausgleichschance der Portugiesen blieb ungenutzt.
Spaniens Mittelfeldmotor Rodri, der folgerichtig zum „Man of the Match“ gekürt wurde, analysierte die Partie treffend: „Wir wussten ganz genau, dass die Portugiesen tief stehen würden. Mit dem späten Treffer haben wir den Unterschied gemacht.“ Gleichzeitig warnte er davor, sich auf dem Erfolg auszuruhen, da noch viel Arbeit vor dem Team liege.
Auf der Gegenseite zeigte sich der scheidende portugiesische Nationaltrainer Roberto Martinez als fairer Verlierer: „Wir sind mit Herz und Leidenschaft aufgetreten und haben unser bestes Spiel bei dieser WM gezeigt.“ Für den 52-Jährigen, dessen Vertragsende nach dem Turnier bereits feststand, endet die Amtszeit somit ebenso unglücklich wie die WM-Ära des großen Cristiano Ronaldo.
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