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Unai Simón hat bei der Weltmeisterschaft 2026 spanische Sportgeschichte geschrieben. Der Nationaltorhüter blieb 609 Minuten in Folge ohne Gegentor und bricht damit den 36 Jahre alten Rekord für die längste Zu-Null-Serie bei einer Endrunde.

Die Ruhe selbst: Ein Baske schreibt Geschichte

Eigentlich bedeutet sein Vorname im Baskischen so viel wie Hüter der Rinder. Doch der 1997 in Vitoria-Gasteiz geborene Unai Simón hütet nicht die Herde, sondern das Tor der spanischen Nationalmannschaft – und das mit einer beispiellosen Effizienz. Mit 609 gegentorfreien Minuten in Folge bei WM-Endrunden hat der baskische Schlussmann nun die historische Bestmarke des Italieners Walter Zenga aus dem Jahr 1990 gebrochen. Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept verweist die Nummer eins der Iberer auf eine angeborene Fähigkeit, unter enormem Druck stets ruhig und gelassen zu bleiben. Ein Talent, das sich in der hitzigen Atmosphäre eines Weltturniers als entscheidender Vorteil erweist.

Der Geist von Katar: Als der Ball fast im Aus war

Um das Ausmaß dieser Serie zu begreifen, muss man weit in die Vergangenheit blicken. Der letzte Spieler, der den Keeper von Athletic Bilbao auf der WM-Bühne überwinden konnte, war der Japaner Ao Tanaka. Der Treffer zum 2:1-Sieg beim Turnier 2022 in Katar sorgte damals für gewaltige Diskussionen, da der Ball unmittelbar vor der Torerzielung im Aus schien. Während dieses Gegentor das bittere Vorrundenaus für die deutsche Nationalmannschaft besiegelte und die FIFA zur Einführung einer neuen Ball-im-Aus-Technologie veranlasste, markierte es für den spanischen Rückhalt den Startschuss seiner unfassbaren Serie.

Vertrauen des Trainers trotzt harter Konkurrenz

Bei der aktuellen Endrunde scheint das spanische Tor wie vernagelt. Weder Kap Verde und Saudi-Arabien noch namhafte Kontrahenten wie Uruguay, Österreich oder Portugal konnten den Bann brechen. Dabei war der Stammplatz für Simón vor dem Turnier keineswegs in Stein gemeißelt. Nationaltrainer Luis de la Fuente verfügte über luxuriöse Alternativen. Mit David Raya stand ein formstarker Konkurrent bereit, der als englischer Meister mit dem FC Arsenal das Champions-League-Finale erreichte und als bester Torhüter der Premier League ausgezeichnet wurde. Auch Joan Garcia, der beim FC Barcelona die wenigsten Gegentore in La Liga kassierte und 15 Mal zu null spielte, drängte auf den Platz zwischen den Pfosten.

Im krassen Gegensatz dazu musste Simón auf Vereinsebene bei Bilbao in der vergangenen Saison 54 Gegentreffer schlucken. Trotz teils kritischer Stimmen in der heimischen Presselandschaft hielt de la Fuente an seinem langjährigen Schützling fest. Ein Vertrauensvorschuss, den der nervenstarke Rekordhalter seiner Mannschaft nun eindrucksvoll zurückzahlt.

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