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Matt Freese hütet bei der Heim-Weltmeisterschaft das Tor der US-amerikanischen Nationalmannschaft und feierte beim 4:1-Auftaktsieg gegen Paraguay einen Einstand nach Maß. Der 27-jährige Schlussmann setzte sich im Duell um die Nummer eins durch und bringt einen in der Profi-Fußballwelt äußerst seltenen Hintergrund mit: Er besitzt einen Abschluss der Elite-Universität Harvard.

Ein ungewöhnlicher Deal: Erst Harvard, dann Profisport

Der Weg auf die große Fußballbühne war für den Torhüter keineswegs vorgezeichnet. In der Familie Freese dominierte traditionell die Wissenschaft. Sein 2021 verstorbener Vater Andrew war ein renommierter Mediziner, der in Harvard studierte und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) promovierte. Als Pionier der Gentherapie stand er dem Wunsch seines Sohnes, Profisportler zu werden, zunächst verwundert gegenüber.

Um den familiären Segen zu erhalten, schloss der junge Athlet einen Kompromiss: Die Sportkarriere durfte erst nach einem akademischen Abschluss intensiviert werden. Aus diesem Grund lehnte der ehrgeizige Nachwuchskeeper in jungen Jahren sogar ein lukratives Angebot des englischen Rekordmeisters Manchester United ab. Stattdessen schrieb er sich für ein Wirtschaftsstudium in Harvard ein und hielt sich parallel im College-Team fit.

Über die MLS ins Tor der Stars and Stripes

Der sportliche Durchbruch ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2018 sicherte sich Philadelphia Union aus der Major League Soccer (MLS) die Dienste des talentierten Torwarts. Als die weltweite Pandemie kurz darauf den Spielbetrieb lahmlegte, nutzte der US-Amerikaner die Zwangspause als unverhofften Vorteil. Online brachte er sein Studium erfolgreich zum Abschluss und konnte sich von da an vollends dem runden Leder widmen.

Inzwischen steht der 27-Jährige beim New York City FC zwischen den Pfosten, wo er mit einem langfristigen Vertrag bis 2030 ausgestattet ist. Seine souveränen Vereinsleistungen überzeugten schließlich auch den US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino. Im Vorfeld des Turniers lieferte sich der Akademiker ein enges Rennen mit seinem Namensvetter Matt Turner, bevor er sich den Stammplatz für den Auftakt sicherte.

Nächster Prüfstein: Socceroos warten im zweiten Gruppenspiel

Nach dem klaren 4:1-Erfolg gegen Paraguay hat in den Vereinigten Staaten das WM-Fieber endgültig Einzug gehalten. Am kommenden Freitag um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit wartet in Seattle bereits die nächste Herausforderung. Das US-Team trifft auf Australien, das seinerseits mit einem überraschenden 2:0-Sieg gegen die Türkei für Aufsehen sorgte.

Ein weiterer Dreier gegen die Socceroos wäre für die nordamerikanische Auswahl ein entscheidender Schritt in Richtung Gruppensieg und K.o.-Phase. Für den Keeper mit dem Elite-Diplom ist das anstehende Match das nächste Kapitel auf seinem beeindruckenden Weg vom College-Studenten zum nationalen Hoffnungsträger.

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