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Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sorgt bereits vor dem ersten Anpfiff für sportliche und politische Schlagzeilen. Während die iranische Nationalmannschaft im Vorfeld ihres Auftaktspiels gegen Neuseeland in Los Angeles mit einem Spielabbruch bei politischen Protesten droht, sorgt Portugal für einen emotionalen Moment: Die Mannschaft gedenkt dem im vergangenen Jahr tödlich verunglückten Diogo Jota mit speziellen Armbändern. Zudem gibt es scharfe Kritik an den Einreisebestimmungen der USA.

Politische Brisanz: Iran droht mit Spielabbruch

Der iranische Fußballverband geht vor dem ersten Gruppenspiel am Montag in Los Angeles gegen Neuseeland auf Konfrontationskurs. Verbandspräsident Mehdi Tadsch nahm die FIFA explizit in die Pflicht, mögliche Proteste gegen das Regime auf den Rängen strikt zu unterbinden. Es dürfe ausschließlich die offizielle Nationalflagge im Stadion gezeigt werden. Irans Sportminister Ahmad Dondschamali unterstrich diese Forderung mit einem drastischen Ultimatum: Sollten feindliche Symbole oder Slogans gegen die Islamische Republik auftauchen, droht das Team mit dem sofortigen Abbruch der Partie.

Hintergrund der Drohungen sind angekündigte Demonstrationen rund um das Stadion. Mehrere Organisationen planen, die alte Flagge aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979 (Löwe und Sonne auf grün-weiß-rotem Grund) zu schwenken. Bereits bei der vergangenen Endrunde 2022 in Katar kam es zu lauten Unmutsbekundungen und Pfiffen während der iranischen Nationalhymne.

Trauer um Diogo Jota: Portugals emotionale Geste

Ein tieftrauriger Schatten liegt über dem Turnierstart der portugiesischen Nationalelf. Die Iberer sind mit einem besonderen Andenken an ihren ehemaligen Mitspieler Diogo Jota in die USA gereist. Der langjährige Stürmer des FC Liverpool war am 3. Juli 2025 bei einem tragischen Autounfall in Spanien ums Leben gekommen.

Premierminister Luis Montenegro überreichte dem Kader vor dem Abflug Armbänder in den Landesfarben Grün und Rot, die neben den Namen aller WM-Fahrer auch einen Schriftzug zu Ehren Jotas tragen. Das Team hat gemeinsam beschlossen, dieses Andenken während des gesamten Turniers zu tragen – sowohl im Training als auch in den Spielen, bestätigte Mittelfeld-Regisseur Vitinha und betonte, wie sehr die Mannschaft diese Geste der Regierung schätze.

Einreise-Eklat: Kritik an den USA und der FIFA

Abseits des Rasens sorgt die amerikanische Visapolitik für diplomatische Spannungen. Annalena Baerbock, in ihrer Funktion als Präsidentin der UN-Generalversammlung, übte scharfe Kritik am Weltverband FIFA. Auslöser ist der Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, dem die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert wurde. Baerbock forderte die FIFA auf, ihre viel zitierte Neutralität aktiv zu leben: Neutralität heißt, dass man alle Schiedsrichter einreisen lässt, so Baerbock. Der Weltverband müsse in solchen Fällen zwingend einschreiten und Lösungen garantieren.

Musikalische Unterstützung für Schweden

Deutlich unbeschwerter geht es bei der schwedischen Nationalmannschaft zu. Kurz vor dem ersten Auftritt der Skandinavier unter Cheftrainer Graham Potter am frühen Montagmorgen sorgte Sozialminister Jakob Forssmed für eine Überraschung. Der Politiker veröffentlichte auf seinem YouTube-Kanal kurzerhand einen eigenen WM-Song mit dem Titel Spring i djupet (Lauf in die Tiefe), um seinem Team die nötige musikalische Rückendeckung für das Turnier zu geben.

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