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Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika wird als beispielloses Mammut-Turnier in die Geschichte eingehen. Die FIFA lässt erstmals 48 teilnehmende Nationen antreten, was zu insgesamt 104 Spielen führt. Doch der umstrittene XXL-Modus steht bereits vor seiner Premiere stark in der Kritik und könnte aufgrund sportlicher Schwächen ein einmaliges Experiment bleiben.

Vorrunden-Marathon mit 72 Spielen

Der neue Turnierplan verlangt Spielern und Fans einiges ab. Alleine in der Gruppenphase werden 72 Partien absolviert. Zum Vergleich: Von der Endrunde 1998 in Frankreich bis zum Turnier 2022 in Katar umfasste eine komplette Weltmeisterschaft vom Eröffnungsspiel bis zum Finale insgesamt lediglich 64 Begegnungen. Bei der kommenden Endrunde sind allein 72 Ansetzungen nötig, um lediglich die 16 schwächsten der 48 Mannschaften auszusortieren. Der Weg in Richtung Titel wird durch ein zusätzliches Sechzehntelfinale für die verbleibenden Nationalmannschaften massiv verlängert.

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Die FIFA-Krise als Geburtsstunde des Mega-Turniers

Die Wurzeln für diese drastische Aufstockung liegen im Krisenjahr 2015. Damals erschütterte eine beispiellose Verhaftungswelle von Spitzenfunktionären in einem Zürcher Luxushotel den Weltverband. Um dringend notwendige Strukturreformen wie Amtszeitbegrenzungen und strengere Kontrollen durchzusetzen, brauchte die Führungsspitze die Zustimmung der unzufriedenen Mitgliedsverbände. Die Erweiterung des Teilnehmerfeldes diente als politisches Werkzeug: Mehr Spiele versprachen höhere Einnahmen, die direkt an die Nationalverbände ausgeschüttet werden konnten. Zudem erhielten kleinere Nationen die langersehnte Chance auf eine lukrative WM-Teilnahme.

Angst vor Absprachen erzwingt den 104-Spiele-Plan

Ursprünglich unterstützte FIFA-Präsident Gianni Infantino Pläne für 40 Mannschaften, ehe 2017 der Sprung auf 48 Teams endgültig beschlossen wurde. Der erste Entwurf der Funktionäre sah dabei 16 Dreiergruppen vor, aus denen die jeweils zwei besten Mannschaften in die K.o.-Phase einziehen sollten. Dieses Format hätte die Gesamtanzahl auf 80 Spiele begrenzt und die individuelle Belastung der Profis auf dem Niveau vergangener Turniere gehalten. Der Verband musste diese Idee jedoch rasch wieder verwerfen. Die Gefahr von systematischen Absprachen am letzten Vorrundenspieltag, bei denen zwei Teams durch ein taktisches Unentschieden die spielfreie dritte Nation aus dem Turnier befördern könnten, war sportlich nicht vertretbar. Die Rückkehr zu den bewährten Vierergruppen blähte den Spielplan letztlich auf die nun beschlossenen 104 Partien auf – ein logistischer Kraftakt, der intern bereits wieder infrage gestellt wird.

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