WM 2026: Massive Kritik an Vielflieger Infantino – Lahm teilt aus
FIFA-Präsident Gianni Infantino erntet bei der WM 2026 scharfe Kritik für seine Vielfliegerei und politische Nähe.
Gianni Infantino hat offiziell bestätigt, dass er beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump den WM-Pokal überreichen wird. Der FIFA-Präsident verkündete diese Entscheidung für das Finale in New Jersey in einem Interview beim US-Sender Fox.
Ein Vorgeschmack auf diese Konstellation gab es bereits 2025 bei der neuen Klub-WM der FIFA. Auch dieses Finale fand im Stadion von New Jersey statt, wo der FC Chelsea am Ende triumphierte. Bereits dort trat Trump als Pokalüberreicher auf – sorgte jedoch für hochgezogene Augenbrauen. Als der goldene Konfettiregen einsetzte, blieb das US-Staatsoberhaupt inmitten der jubelnden Londoner auf der Siegerbühne stehen. Infantinos Versuche, ihn dezent hinunterzubegleiten, blieben erfolglos. Chelseas Offensivstar Cole Palmer äußerte sich im Nachgang irritiert: Man habe zwar gewusst, dass der Präsident bei der Zeremonie anwesend sei, nicht aber, dass er beim Hochstemmen der Trophäe noch immer zwischen den Spielern weilen würde.
Dass politische Führungskräfte beim größten Sportereignis der Welt den Siegerpokal mit übergeben, ist keineswegs ein Novum, sondern gelebte Tradition. Unvergessen bleibt die Zeremonie 2022, als der Emir von Katar dem argentinischen Superstar Lionel Messi vor der Übergabe einen traditionellen arabischen Bischt umlegte. Auch in der Vergangenheit zeigten sich die mächtigsten Politiker der Gastgeberländer auf der Bühne. 2014 überreichte Brasiliens damalige Präsidentin Dilma Rousseff gemeinsam mit Sepp Blatter die Trophäe an Philipp Lahm. In Deutschland übergab Bundespräsident Horst Köhler 2006 den Pokal an Fabio Cannavaro, genau wie Walter Scheel 1974 an Franz Beckenbauer. Lediglich 2018 in Russland überließ Wladimir Putin, unter einem Regenschirm stehend, dem Weltverbands-Chef die alleinige Übergabe.
Die Ankündigung für 2026 unterstreicht die ohnehin enge Verbindung zwischen dem obersten Fußballfunktionär und dem US-Präsidenten. Wirtschaftlich und politisch rücken beide Parteien immer näher zusammen. So ist die Familie des Präsidenten mittlerweile Vermieter der FIFA, die repräsentative Büroräume im New Yorker Trump-Tower bezogen hat. Darüber hinaus fungierte der Schweizer bereits als Begleiter bei Staatsbesuchen in den Nahen Osten und nahm an politischen Treffen teil. Obwohl die Statuten des Verbandes strikte politische Neutralität vorschreiben, scheinen diese Grenzen zunehmend aufzuweichen. Die gemeinsame Pokalübergabe 2026 in New Jersey dürfte somit ein Bild produzieren, das weit über den Sport hinausgeht.
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