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Die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft steht vor der Tür und ein Thema dominiert die Diskussionen an den Stammtischen und in den sozialen Netzwerken: Der vermeintliche Spaziergang von Argentinien in die Runde der letzten Vier. Ein Blick auf den Turnierbaum zeigt tatsächlich, dass der Weltranglistenerste im Vergleich zur namhaften Konkurrenz eine äußerst dankbare Route erwischt hat. Doch ist der Weg für Lionel Messi und sein Team wirklich so einfach, wie viele behaupten?

Pflichtaufgabe zum Auftakt der K.o.-Phase

Im Sechzehntelfinale wartet mit Kap Verde eine Nation, die in der FIFA-Weltrangliste (Stand: 11. Juni) auf Platz 67 geführt wird – satte 66 Ränge hinter den stolzen Südamerikanern. Zwar hat der Inselstaat in der Gruppenphase für Aufsehen gesorgt, indem er Europameister Spanien ein torloses Remis abtrotzte und Uruguay in der Gruppe H hinter sich ließ. Dennoch dürfte diese Begegnung für „La Albiceleste“ kaum mehr als eine Pflichtaufgabe sein. Die individuelle Klasse der Argentinier ist schlichtweg zu hoch, als dass man sich ernsthaft Sorgen um ein frühes Ausscheiden machen müsste. Der Weg ins Achtelfinale scheint fest vorgezeichnet.

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Achtelfinale: Afrikanische Euphorie oder australischer Kampfgeist?

In der darauffolgenden Runde würde der Gegner entweder Australien (Platz 27) oder Ägypten (Platz 29) heißen. Besonders die Nordafrikaner reiten aktuell auf einer Euphoriewelle. Nach 92 Jahren feierten sie durch ein 3:1 gegen Neuseeland ihren ersten WM-Sieg überhaupt und zogen ungeschlagen in die K.o.-Phase ein. Die Offensive um die Stars Mohamed Salah und Omar Marmoush bringt unbestritten Qualität mit sich.

Die entscheidende Frage lautet jedoch: Reicht diese Begeisterung aus, um die kompakte argentinische Defensive zu knacken? Zudem müsste das gegnerische Mittelfeld Lösungen finden, um Taktgeber Enzo Fernandez und den in bestechender Form aufspielenden Lionel Messi zu neutralisieren. Weder den Ägyptern noch den defensiv robusten, aber spielerisch limitierten Australiern wird diese Herkulesaufgabe ernsthaft zugetraut.

Kolumbien als erster echter Prüfstein im Viertelfinale?

Erst im Viertelfinale könnte die Luft für die argentinische Nationalmannschaft etwas dünner werden. Mögliche Kontrahenten aus diesem Bracket sind die Schweiz, Kolumbien, Algerien oder Ghana. Während bei den Eidgenossen viel von Turnier-Entdeckung Johan Manzambi abhängt, der bereits an vier Toren direkt beteiligt war, stellt Kolumbien die wohl größte Gefahr dar.

Die Kolumbianer agieren nicht nur mit brennender Leidenschaft, sondern überzeugen auch durch technische Brillanz. Spieler wie Luis Diaz können Partien im Alleingang entscheiden. Dass die Mannschaft als funktionierendes Kollektiv auftritt, zeigte das 0:0 im letzten Gruppenspiel gegen Portugal, bei dem sie doppelt so viele Torschüsse abgaben wie die favorisierten Europäer. Spätestens hier sind Messi und Co. gewarnt – auch wenn Argentinien bis zu diesem Punkt als einziges Top-Team nicht auf eine Nation aus den Top Ten der Weltrangliste trifft. Für Wettfreunde bedeutet das: Die Quoten auf ein Weiterkommen der Südamerikaner dürften bis zum Viertelfinale entsprechend niedrig ausfallen.

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