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Zwei Spieltage vor Saisonende herrscht in der Handball-Bundesliga (HBL) maximale Verwirrung. Während der SC Magdeburg als Meister feststeht, gleicht der Kampf um die restlichen Startplätze für die Champions League einem Lotteriespiel. Grund dafür ist ein neues, undurchsichtiges Bewertungssystem der Europäischen Handballföderation (EHF), das in der Liga für wachsende Kritik und Spott sorgt.

Schwammige Kriterien sorgen für Unmut bei den Klubs

Der europäische Dachverband hat beschlossen, die Königsklasse ab der Saison 2026/27 von 16 auf 24 Mannschaften aufzustocken. Was zunächst nach einer guten Nachricht für die stärkste Liga der Welt klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als organisatorischer Albtraum. Von den 24 begehrten Tickets werden nur zehn sportlich eindeutig vergeben – an die nationalen Meister der Top-Nationen.

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Für die restlichen 14 Plätze hat die EHF ein sogenanntes „Upgrade-System“ ins Leben gerufen. Neben harten Fakten wie der Hallenkapazität fließen hier stark subjektive Faktoren wie „Markenstärke“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ in die Bewertung ein. Die Intransparenz dieses Systems treibt die HBL-Funktionäre zur Verzweiflung. Gummersbach-Geschäftsführer Christoph Schindler brachte die Frustration treffend auf den Punkt: „Wenn am letzten Spieltag die Sonne scheint, kommt vielleicht auch noch jemand anders rein. Es ist echt verwirrend.“

MT Melsungen profitiert – Berlin und Flensburg zittern

Grundsätzlich stehen die Chancen gut, dass die deutsche Eliteklasse künftig mit drei Teams im höchsten europäischen Wettbewerb vertreten sein wird. Das Problem: Die sportliche Tabelle rückt in den Hintergrund. Aktuell liefern sich die Füchse Berlin und die SG Flensburg-Handewitt ein erbittertes Rennen um die Plätze zwei und drei. Doch selbst die Vize-Meisterschaft garantiert keinen sicheren Startplatz in der Champions League.

Erschwerend kommt der jüngste Triumph der MT Melsungen hinzu. Der aktuelle Tabellensiebte sicherte sich in einem dramatischen Finale gegen den THW Kiel (24:23) den Titel in der European League. Die EHF hatte im April festgelegt, dass der Sieger dieses Wettbewerbs automatisch in die Königsklasse aufsteigt. Melsungen hat sein Ticket damit quasi sicher in der Tasche.

Die „Lex Deutschland“ als Zünglein an der Waage

Doch selbst bei Melsungens sicher geglaubtem Startplatz hat die EHF einen Fallstrick eingebaut. Eine spezielle Klausel besagt: Sollten die Sieger der Champions League und der European League aus demselben Land kommen und sich beide nicht regulär über ihre heimische Liga qualifiziert haben, erhält nur der Gewinner der Königsklasse das internationale Startrecht. Für die ambitionierten deutschen Klubs bedeutet das bis zum allerletzten Spieltag eine nervenaufreibende Hängepartie am grünen Tisch, statt Klarheit auf dem sportlichen Parkett.

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