THW Kiel und Flensburg treffen im Final Four auf alte Rivalen
Beim Final Four der EHF European League in Hamburg kommt es zu einer spektakulären Neuauflage der Halbfinals des Vorjahres.
Der Thüringer HC hat sich in einem packenden Halbfinale der EHF European League mit 26:24 (11:10) gegen das dänische Spitzenteam Viborg HK durchgesetzt. Damit stehen die Titelverteidigerinnen im Endspiel des Final4-Turniers und greifen im französischen Dijon am Sonntag nach dem erneuten Titelgewinn.
Von der ersten Minute an entwickelte sich im Halbfinale eine hart umkämpfte Partie auf absoluter Augenhöhe. Beide Defensivreihen schenkten sich nichts, was sich deutlich in der mageren Torausbeute des ersten Durchgangs widerspiegelte. Lediglich 21 Treffer fielen bis zum Pausenpfiff. Die Mannschaft von Trainer Herbert Müller konnte sich zwischenzeitlich durch einen 4:0-Lauf auf 6:3 absetzen, doch die Däninnen fanden schnell wieder in die Spur.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der deutschen Vertreterinnen stand zwischen den Pfosten. Torhüterin Laura Kuske wuchs mit insgesamt zehn Paraden über sich hinaus und hielt ihr Team in den kritischen Phasen im Spiel. Nach der Schlusssirene zeigte sich die Keeperin überwältigt und lobte den herausragenden Teamgeist ihrer Mannschaft, der den Weg ins Endspiel ebnete.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Der THC geriet durch mehrere Zeitstrafen in Unterzahl, was Viborg eiskalt ausnutzte und sich in der 51. Minute eine 22:20-Führung erarbeitete. Doch die Bad Langensalzaerinnen bewiesen jene Mentalität, die sie bereits im Vorjahr zum Titelgewinn geführt hatte. Mit einem sensationellen 4:0-Lauf drehten sie das Spiel kurz vor Schluss auf 24:22.
Als Viborg in der 56. Minute noch einmal ausgleichen konnte, drohte die Partie zu kippen. In den entscheidenden Schlussminuten behielten die Titelverteidigerinnen jedoch die Nerven: Ein sehenswerter Heber von Natsuki Aizawa und ein geistesgegenwärtiger Abstauber von Kreisläuferin Josefine Hanfland besiegelten letztlich den 26:24-Endstand. Hanfland avancierte gemeinsam mit Johanna Reichert (beide fünf Treffer) zur besten Werferin ihres Teams.
Im großen Finale am Sonntag (18:00 Uhr) wartet nun eine gewaltige Kulisse auf den amtierenden Champion. Gegner ist der französische Gastgeber JDA Dijon, der sich in seinem Halbfinale mit 33:30 gegen den Esztergomi KC aus Ungarn durchsetzen konnte. Für den Thüringer HC bietet sich somit die Chance, den Triumph in der European League zu wiederholen und eine starke internationale Saison mit dem Pokal zu krönen.
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