Die US-Amerikanerin Alysa Liu hat bei den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille im Eiskunstlauf der Frauen gewonnen. In einem hochklassigen Finale in der Milano Ice Skating Arena überholte die 20-Jährige noch die japanische Konkurrenz und sicherte sich mit einer herausragenden Kür den Olympiasieg.

Das Finale entwickelte sich zu einem echten Krimi auf dem Eis. Nach dem Kurzprogramm lagen die Top-Favoritinnen extrem eng beieinander: Lediglich 2,2 Punkte trennten die Führenden vor der entscheidenden Kür. Alysa Liu ging als Dritte in das Finale und musste eine absolute Topleistung abrufen, um den Sprung an die Spitze zu schaffen.

Spannender Dreikampf gegen starke Japanerinnen

Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus, doch am Ende hatte die amtierende Weltmeisterin die Nase vorn. Mit einer Gesamtpunktzahl von 226,79 Punkten verdrängte Liu die bis dahin führenden Japanerinnen auf die Plätze. Kaori Sakamoto, die nach dieser Saison ihr Karriereende angekündigt hat, gewann mit 224,90 Punkten die Silbermedaille. Das Podium komplettierte ihre Landsfrau Ami Nakai. Die erst 17-Jährige sicherte sich bei ihrer Olympia-Premiere mit 219,16 Punkten Bronze.

Für Liu war es der perfekte Abschluss eines Abends, an dem sie nicht nur technisch glänzte, sondern auch künstlerisch überzeugte. Zu den Disco-Klängen von Donna Summer lieferte sie eine mitreißende Performance ab, die das Publikum in Mailand begeisterte und ihr die entscheidenden Punkte einbrachte.

Vom Rücktritt zum Olympiasieg: Lius unglaubliche Reise

Der Triumph in Mailand ist der vorläufige Höhepunkt einer ungewöhnlichen Karriere. Bereits 2022, im Alter von nur 16 Jahren, hatte Alysa Liu nach einem sechsten Platz bei den Spielen in Peking und WM-Bronze ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. Doch die Leidenschaft zog sie zurück aufs Eis: Zur Saison 2024/2025 gab sie ihr Comeback und wurde auf Anhieb Weltmeisterin.

Nun, ein Jahr später, krönte sie diese Rückkehr mit olympischem Edelmetall. „Oh mein Gott. Es war einfach genau richtig“, zeigte sich die frischgebackene Olympiasiegerin nach ihrem Erfolg überwältigt.

Amber Glenn mit Aufholjagd und persönlicher Bestleistung

Auch abseits der Medaillenränge bot das Finale sportliche Highlights. Lius Teamkollegin Amber Glenn sorgte für eine bemerkenswerte Aufholjagd. Nach einem verpatzten Kurzprogramm, das sie nur auf Rang 13 beendet hatte, startete die 26-Jährige in der Kür durch. Mit einem sauberen Dreifach-Axel und einer energischen Vorstellung erzielte sie eine neue Saisonbestleistung von 214,91 Punkten.

Durch diese Leistung setzte Glenn die nachfolgenden Läuferinnen massiv unter Druck und kletterte im Klassement bis auf den fünften Platz nach oben. Ihr Auftritt unterstrich das extrem hohe Niveau dieses olympischen Finales, in dem am Ende Alysa Liu als strahlende Siegerin hervorging.

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