Gold Prämie steigt auf 30.000€ netto

Für die deutschen Medaillenhoffnungen um die Rodel-Doppelsitzer Wendl/Arlt lohnt sich der Sprung aufs Podest in Italien mehr denn je. Die Sporthilfe hat die Prämien für Gold von bisher 20.000 Euro auf satte 30.000 Euro angehoben.

Auch der zweite Platz wird aufgewertet: Silber bringt künftig 20.000 Euro (zuvor 15.000 Euro) ein, während die Prämie für Bronze bei 10.000 Euro bleibt.

Der eigentliche Hammer ist jedoch die steuerliche Entlastung: Nach einem Beschluss des Bundestages vom Dezember sind diese Ausschüttungen ab sofort komplett steuerfrei. Damit reagierte die Politik unter anderem auf Kritik nach den Sommerspielen in Paris, als Kanu-Olympiasieger Max Rendschmidt öffentlich vorgerechnet hatte, dass ihm von der Prämie nach Abzügen fast zwei Drittel verloren gingen.

Politik setzt „starkes Zeichen der Wertschätzung“

Die Neuregelung, die seit dem 1. Januar 2026 greift, wird im deutschen Lager als längst überfälliges Signal verstanden. Franziska van Almsick, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Sporthilfe, nannte die Entscheidung „ein starkes Zeichen der Wertschätzung“. Leistung müsse belohnt werden – besonders, wenn Athleten Deutschland international verträten.

Für die Para-Athleten gilt die Erhöhung gleichermaßen, ihre Wettkämpfe starten im März. Para-Skirennfahrerin Anna-Lena Forster sprach von einer „zusätzlichen Motivation auf dem Weg nach Mailand Cortina“.

Deutsche Sporthilfe als lebenslanger Begleiter

Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie eng die Bindung zwischen Förderer und Sportlern ist. Im Schnitt werden die aktuellen Olympia-Starter fast neun Jahre von der Sporthilfe begleitet. Spitzenreiter in dieser Kategorie sind die „Rodel-Dinos“: Tobias Arlt wird seit beeindruckenden 26 Jahren und vier Monaten gefördert, sein Partner Tobias Wendl folgt mit über 24 Jahren Unterstützung dicht dahinter.

Karin Orgeldinger, Vorstand Förderung, betonte den Ansatz des „Lifetime-Companion“: Olympischer Erfolg müsse lange und akribisch vorbereitet werden, weshalb die Talente frühzeitig und dauerhaft unterstützt würden.

Die sechsmaligen Olympiasieger Wendl und Arlt zählen auch in Cortina wieder zum engsten Favoritenkreis und könnten ihre Titelsammlung – und nun auch steuerfrei den Kontostand – weiter ausbauen.

Aber: Förderung für hintere Plätze entfällt

Eine Änderung gibt es allerdings für die Ränge hinter dem Podest: Die bisherigen Einmalzahlungen für die Plätze vier bis acht fallen weg. Stattdessen werden diese Athleten künftig über das Top-Team der Sporthilfe gefördert, um langfristig von den Strukturen zu profitieren.

Startschuss am Freitag

Die Olympischen Winterspiele 2026 werden am Freitagabend offiziell eröffnet. Die Wettbewerbe sowie die Eröffnungsfeier sind umfassend bei ARD, ZDF, Eurosport und in den jeweiligen Mediatheken zu sehen.

Quellen

  • Deutsche Sporthilfe, https://www.sporthilfe.de/ueber-uns/medien/pressemitteilungen/30000-euro-steuerfrei-fuer-gold-sporthilfe-medaillenpraemien-werden-kuenftig-nicht-mehr-besteuert
  • Deutscher Bundestag, https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1128818