Olympia-Wahnsinn: Franzose holt Sprint-Gold – Deutsches Drama am Schießstand
Quentin Fillon Maillet zeigt im olympischen Sprint von Antholz eine Machtdemonstration, während die deutschen Biathleten hadern. Ein verflixter letzter Schuss...
Das juristische Tauziehen hat ein Ende, die Gerechtigkeit siegt: Erik Lesser und seine Teamkollegen erhalten am Sonntag nachträglich die Goldmedaille für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Für den beliebten TV-Experten und ehemaligen Weltmeister ist die Zeremonie im italienischen Antholz weit mehr als nur ein formaler Akt – sie markiert den endgültigen emotionalen Abschluss einer langen Hängepartie.
„In meinem Kopf ist die Vergabe der Medaille tatsächlich ein Schlussstrich“, erklärte der Thüringer gegenüber dem SID. Jahrelang schwebte das Ergebnis von Sotschi wie eine dunkle Wolke über der sportlichen Historie. Mit der offiziellen Übergabe ist das Thema nun abgehakt: „Die Fragen zu Sotschi hören dann auf, weil es erledigt ist, die Entscheidung ist getroffen“, so Lesser erleichtert.
Der Kontext dieser späten Ehrung ist ein dunkles Kapitel der Sportgeschichte. Das deutsche DSV-Quartett, bestehend aus Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp, hatte den Olympiasieg in Russland ursprünglich um winzige 3,5 Sekunden verpasst. Sie liefen hinter den Gastgebern auf den Silberrang. Doch der Schein trügte.
Erst viel später kam die Wahrheit ans Licht: Der russische Schlussläufer Evgeny Ustyugov wurde wegen eines Dopingvergehens gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) griff hart durch und annullierte alle Ergebnisse des Russen zwischen 2010 und 2014 – inklusive des Staffelsiegs in Sotschi. Nach zahlreichen Einsprüchen von russischer Seite fiel im vergangenen September endlich die unwiderrufliche Entscheidung zugunsten der deutschen Biathleten.
Dass die Medaillenzeremonie nun am Sonntag in Antholz stattfindet, ist für den Ex-Biathleten ein passender Rahmen. Zwar hätte sich Lesser auch einen Weltcup im heimischen Oberhof oder Ruhpolding vorstellen können, doch der aktuelle Austragungsort hat seinen eigenen Reiz. Es sei „der Rahmen ganz cool, dass man auf dem Bild des Podests auch die Ringe im Hintergrund hat“, freut sich der 35-Jährige auf das anstehende „Kribbeln“.
Fühlt man sich um den Moment des Triumphs im Stadion, direkt nach dem Rennen, betrogen? Viele Athleten würden dies bejahen, doch Lesser zeigt auch hier sportliche Größe. „Wir haben uns trotzdem als Sieger gefühlt“, stellt er klar. In seiner Wahrnehmung sei ihm dieser Augenblick nicht gestohlen worden. Vielmehr will er nun, über ein Jahrzehnt später, „den Moment genießen“ und das Kapitel seiner glanzvollen Karriere mit dem glänzendsten aller Metalle endgültig schließen.
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