Olympia-Wahnsinn: Franzose holt Sprint-Gold – Deutsches Drama am Schießstand
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Das Warten hat ein Ende und die Geschichtsbücher müssen neu geschrieben werden: Johannes Hösflot Kläbo ist endgültig im Olymp angekommen. Der norwegische Superstar sicherte sich im Rennen über zehn Kilometer in der freien Technik seine dritte Goldmedaille bei den laufenden Winterspielen und krönte sich zum insgesamt achten Mal zum Olympiasieger. Damit zieht der 29-Jährige mit den größten Legenden des Wintersports gleich.
Es war eine Demonstration der Stärke in Norditalien. Der Ausnahmeläufer setzte sich gegen den Franzosen Mathis Desloges durch, der Silber holte. Bronze ging an Kläbos Landsmann Einar Hedegart, der für das Drama des Tages sorgte: Lange auf Siegkurs liegend, brach Hedegart einen Kilometer vor dem Ziel ein und musste den Titelträumen Lebewohl sagen.
Für Johannes Hösflot Kläbo bedeutet dieser Sieg weit mehr als nur Edelmetall. Mit seinem achten Gold schließt er zu den norwegischen Ikonen Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Dählie auf. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt in der Statistik: Da die drei Altmeister jeweils vier Silbermedaillen sammelten, liegen sie im Medaillenspiegel aufgrund der Zweitplatzierungen noch knapp vor Kläbo, der bislang einmal Silber und einmal Bronze errang.
„Ich habe noch nie in dieser Disziplin gewonnen, das Rennen war sehr lange in meinem Kopf. Das bei Olympia zu schaffen, ist der Wahnsinn“, zeigte sich der sichtlich bewegte Rekord-Weltmeister im ARD-Interview erleichtert. „Heute war ich an der Reihe.“
Der Hunger des Dominators ist noch lange nicht gestillt. Während Björgen, Björndalen und Dählie ihre Karrieren längst beendet haben, greift Kläbo in Italien nach den Sternen. Bereits am Sonntag gilt die norwegische Staffel über 4×7,5 Kilometer als haushoher Favorit. Zudem stehen noch der Teamsprint und der prestigeträchtige 50-Kilometer-Lauf auf dem Programm.
Sollte der Norweger seine Siegesserie fortsetzen, könnte er sogar die legendäre Bestmarke von US-Eisschnellläufer Eric Heiden knacken. Dieser gewann 1980 in Lake Placid fünfmal Gold bei denselben Spielen – ein Rekord, der nun ernsthaft in Gefahr gerät. Kläbo hat bereits im Skiathlon und im Einzelsprint triumphiert; mit weiteren Siegen würde er sich unsterblich machen.
Aus deutscher Sicht verlief das historische Rennen ernüchternd. Die DSV-Athleten waren bei der großen Kläbo-Show nur Statisten. Florian Notz landete als bester Deutscher auf Rang 22, geplagt von Kopf- und Gliederschmerzen am Vortag. Auch Friedrich Moch (37.) und Janosch Brugger (44.) blieben hinter den Erwartungen zurück.
Dennoch überwog die Anerkennung für die Leistung des Siegers. „Da kann man einer Legende zuschauen“, erkannte Notz neidlos an. Auch Janosch Brugger, der früher wenig Sympathien für den Norweger hegte, musste „den Hut ziehen“. Bundestrainer Peter Schlickenrieder fasste die Stimmung im deutschen Lager treffend zusammen: Kläbo sei „inspirierend und faszinierend“ und zeige, wie man durch Perfektionismus Grenzen verschieben könne.
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